Vom besten Schachspieler zum mächtigsten Ständerat

Er ist der beste Schachspieler im Parlament. Und bald auch der höchste Vertreter im Ständerat. Hans Altherr gilt als Politiker mit Humor und Verstand – und er hat seine Karriere auch dem Zufall zu verdanken.

Hat das Parlamentarier-Schachturnier 2011 gewonnen: Hans Altherr wird am Montag zum Präsidenten der Kleinen Kammer ernannt.

Hat das Parlamentarier-Schachturnier 2011 gewonnen: Hans Altherr wird am Montag zum Präsidenten der Kleinen Kammer ernannt. Bild: Keystone

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Wie bei seinem Hobby dem Schachspielen, behält der künftige Ständeratspräsident Hans Altherr (FDP) auch in der Politik stets die Ruhe und den Überblick. Der 61-jährige Jurist und Unternehmer aus Trogen AR ist kein Politiker der lauten Worte.

«Stille Wasser gründen tief.» Das Sprichwort treffe auf Hans Altherr zu, charakterisiert FDP-Parteipräsident Fulvio Pelli seinen Parteikollegen aus Appenzell Ausserrhoden. Altherr überzeuge «mit Humor, Charme und scharfem Verstand» und finde auch für schwierige Probleme gute Lösungen.

Konstruktive Arbeit

Solche Qualitäten sind in den kommenden zwölf Monaten gefragt. Altherr erwartet, dass die schwierige wirtschaftliche Situation in Europa und der ganzen Welt der Schweiz 2012 eher noch mehr zusetzen wird, wie er der Nachrichtenagentur sda sagte. Die Schweiz müsse zum sozialen Klima Sorge tragen.

Darauf will Altherr bei seinen Auftritten als Ständeratspräsident hinweisen. Oberstes Ziel sei, das Renommee der Kleinen Kammer zu erhalten und zu fördern. Der Appenzell Ausserrhoder will sich um eine gute Atmosphäre im Rat und um konstruktive Arbeit bemühen.

Anwalt und Unternehmer

Altherr studierte in Genf und Zürich Rechtswissenschaft. Er war als selbständiger Anwalt und Jugendanwalt des Kantons Appenzell Ausserrhoden tätig. 1998 kaufte er die Diamant-Werkzeugherstellerin Weiss AG in Walzenhausen AR, deren Inhaber er bis heute ist.

Bei Altherrs politischer Karriere spielte zum Teil der Zufall mit. Mit 26 Jahren stieg der Jurist in Trogen in die Gemeindepolitik ein, wurde Gemeindepräsident, Kantonsrat und schaffte 1998 den Sprung in die Kantonsregierung.

Während seiner Zeit als Ausserrhoder Volkswirtschaftsdirektor, von 2000 bis 2003 auch als Landammann, präsidierte Altherr vier Jahre lang die Regierungskonferenz der Ostschweizer Kantone (ORK) und für zwei Jahre die Regierungskonferenz der Internationalen Bodenseekonferenz IBK.

Nachfolger von Hans-Rudolf Merz

2004, nach der Wahl des Ausserrhoders Hans-Rudolf Merz (FDP) zum Bundesrat, war Altherr der richtige Mann zur richtigen Zeit am richtigen Ort: Er gewann in einer Kampfwahl Merz' Ständeratssitz. Die Wiederwahl 2007 und 2011 schaffte Altherr jeweils locker, ohne Gegenkandidaten.

In der Kleinen Kammer ist Altherr Mitglied der Finanzkommission und der Finanzdelegation, der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit sowie der Sicherheitspolitischen Kommission. Letztere präsidierte er 2008/2009.

Der FDP-Politiker ist Vater dreier erwachsener Töchter und geschieden. Er ist Präsident des Vereins Domus Antiqua Helvetica, der die Interessen der Besitzer von historischen Wohnhäusern vertritt.

Parlaments-Schachmeister

Altherr selbst bezeichnet sich als typischen Ostschweizer, verwurzelt in der Bodenseeregion, traditionsbewusst und neugierig, «offen, aber zugleich auch kritisch gegenüber allem Neuen». Als ambitionierter Hobby-Schachspieler gewann er 2011 das im Bundeshaus durchgeführte Parlamentarier-Schachturnier. (wid/sda)

Erstellt: 02.12.2011, 22:35 Uhr

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