Walters letzte Hoffnung

Die Wahlchancen von SVP-Bundesratskandidat Hansjörg Walter sind jüngst gesunken. Der Noch-Bauernpräsident hat heute seine Berufskollegen in der CVP beackert.

«Verschiedene Bauern aus der CVP-Fraktion werden mir helfen»: SVP Bundesratskandidat Hansjörg Walter nach seinem Hearing beim Schweizerischen Bauernverband im Bundeshaus in Bern. (12. Dezember 2011)

«Verschiedene Bauern aus der CVP-Fraktion werden mir helfen»: SVP Bundesratskandidat Hansjörg Walter nach seinem Hearing beim Schweizerischen Bauernverband im Bundeshaus in Bern. (12. Dezember 2011) Bild: Keystone

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Hansjörg Walter hat sich heute den Fragen der Landwirte im Parlament gestellt. Er zähle auf die Unterstützung einiger CVP-Bauern, sagte Walter nach dem Hearing. Die Mehrzahl der rund 30 Bauern im National- und Ständerat gehören der SVP und FDP an, welche sich bereits dafür ausgesprochen haben, am Mittwoch einen SVP-Kandidaten für Eveline Widmer-Schlumpf zu wählen. Unsicher ist, wie die ungefähr 10 CVP-Parlamentarier mit Agrar-Hintergrund stimmen werden.

«Verschiedene Bauern aus der CVP-Fraktion werden mir helfen, und das wird eine wichtige Unterstützung sein», sagte Walter nach dem Hearing gegenüber Journalisten. Er wolle wegen seines Amtes als Nationalratspräsident aber keinen aktiven Wahlkampf betreiben.

Nichts Neues zur Strategie

Am Gespräch mit den Bauern sei er auch zur Strategie der SVP befragt worden und ob die SVP einen FDP-Sitz angreifen würde, sagte Walter. Dazu habe er keine neue Auskunft geben können: Er trage die Strategie der Partei mit, habe sich aber die Freiheit ausbedungen, am Ende selbst zu entscheiden. Der 60-jährige Thurgauer hatte vergangene Woche erklärt, er stelle sich nur für einen Angriff auf Widmer-Schlumpfs Sitz zur Verfügung.

Auf die möglicherweise fehlende Unterstützung durch die Grünliberalen angesprochen, sagte Walter, er habe Verständnis für die Strategie der Partei. Wenn sie der BDP nun zum Erhalt des Sitzes verhelfe, könne sie vielleicht in vier Jahren selbst den Einzug in die Regierung schaffen.

Thema gewesen sei auch die Haltung zu einem Agrarfreihandel mit der EU, den Walter als Präsident des Bauernverbandes ablehnt. Solche Fragen seien aber lediglich ein kleiner Nebenpunkt bei der Frage, wer gewählt werden solle, sagte Walter. Entscheidend sei, ob das Parlament der SVP einen zweiten Sitz geben wolle.

Offenes Rennen

Der St. Galler Landwirt und CVP-Nationalrat Jakob Büchler sagte nach dem Hearing, es seien noch alle Optionen offen. Walter wäre aus seiner Sicht ein sehr guter Bundesrat, der für die Landwirtschaft einstehen würde. Er selbst sei aber der Meinung, dass Widmer-Schlumpf gute Arbeit leiste. Deshalb wolle er sie nicht abwählen.

Vieles hänge nun davon ab, ob sich die SVP dafür entscheide, nur bei der Wahl um Widmer-Schlumpfs Sitz anzutreten. Die Diskussionen liefen noch, und das letzte Wort sei noch nicht gesprochen. Die Bauern-Vertreter hören am Montagnachmittag auch die SP-Kandidaten Alain Berset'(FR) und Pierre-Yves Maillard'(VD) an. (rub/sda)

Erstellt: 12.12.2011, 15:57 Uhr

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