Warum hat Moritz Suter sein Haus der Frau überschrieben?

Das Basler Heim an bester Lage gehört seit kurzem ausschliesslich seiner Frau Brigitte. Werden Suters Probleme bei der «Basler Zeitung» zu gross? Oder bei der Airline Hello? Weder noch, sagt der Basler.

Gehört jetzt allein seiner Frau: Moritz Suters stattliches Haus samt Hallenbad mit freiem Blick auf den Rhein.

Gehört jetzt allein seiner Frau: Moritz Suters stattliches Haus samt Hallenbad mit freiem Blick auf den Rhein. Bild: Keystone

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Das Haus befindet sich an allerbester Lage – direkt am Rhein und in der Nähe des Basler Münsters. Es steht auf einem Grundstück von 625 Quadratmetern und umfasst unter anderem ein Hallenbad mit freiem Blick auf den Rhein. Bis zum Mai gehörte diese Liegenschaft an der Augustinergasse 19 sowohl Moritz Suter als auch seiner Frau. Nun ist Brigitte Suter alleinige Eigentümerin des herrschaftlichen Hauses, wie das Basler Grundbuchamt bestätigt.

«Kein spezieller Grund»

Das lässt aufhorchen und weckt Erinnerungen – zum Beispiel an die Verantwortlichen des Swissair-Debakels, die ihre Liegenschaften den Ehefrauen vermachten, als es brenzlig wurde. Auch UBS-Leute überschrieben in heiklen Jahren Vermögenswerte auf ihre Frauen.

Und jetzt Moritz Suter, der Verleger der «Basler Zeitung» (BaZ) und Gründer der Airline Hello. Der charismatische Basler bestätigt den Eigentumswechsel, spricht aber von einer «rein familiären Angelegenheit». Mit der BaZ und Hello habe dies nichts zu tun. «Es gibt keinen speziellen Grund, wir wollten dies schon lange machen», sagt Suter. Schliesslich kümmere sich seine Frau um das Haus – auch um andere Liegenschaften, die jetzt alle in ihrem Eigentum seien. «Frauen können das besser», findet der Unternehmer.

Geheime Geldgeber

Den Marktwert des Basler Anwesens, das zum Teil vermietet ist, will Suter nicht schätzen. Es koste aber sicher deutlich mehr als zehn Millionen Franken. Ein Vermögenswert, den Suter nun ins Trockene gebracht hat? Sicher ist, dass der Basler gleich in zwei äusserst schwierigen Unternehmen engagiert ist. Da ist zum einen der Verlag der «Basler-Zeitung», der mit mannigfaltigen Problemen kämpft: Der Zeitung laufen Abonnenten und Redaktoren davon, die Konkurrenz bläst zum grossen Angriff, und der Druckbereich befriedigt ebenfalls nicht. Kommt hinzu, dass Suter als Verleger schlecht dasteht, weil er seine Geldgeber nicht nennen kann. Nun sucht er neue, die er spätestens bis Ende Jahr präsentieren will.

Geld benötigte Suter im letzten Dezember auch bei seiner Airline Hello. Diese musste ihr Aktienkapital nach einem miserablen Jahr und einem Flottenwechsel von 8 auf 22 Millionen Franken erhöhen. Auch hier blieben die Namen der Investoren geheim. In Basel gehen nicht wenige davon aus, dass es sich wenigstens teilweise um dieselben handelt wie bei der BaZ. Sie hätten Suter bei Hello geholfen und ihm gleichzeitig abgerungen, seinen Namen für die BaZ herzugeben. Das mache Suter eine Lösung der Probleme nicht einfacher.

Probleme mit Ägypten-Flügen

Bei Hello ist Suter seit der Kapitalerhöhung nicht mehr Mehrheitsaktionär, aber immer noch der grösste Einzelaktionär. Besonders tief getaucht ist die Fluggesellschaft 2010, als sie nur noch 151'000 Passagiere zählte. Drei Jahre zuvor waren es noch 759'000. Seither habe sich die Airline, die vor allem Charterflüge für Reiseveranstalter wie Hotelplan und TUI durchführt, erholt, sagt Hello-CEO Robert Somers.

Nicht geholfen haben allerdings die Volksaufstände in Tunesien und Ägypten, wohin Hello besonders häufig fliegt. Auch der tiefe Eurokurs macht der Airline zu schaffen – produziert sie doch vor allem in Franken, muss aber in einem internationalen Markt bestehen.

Doppelter Umsatz?

Man habe die Ausfälle im Tunesien- und Ägypten-Geschäft durch vermehrte Flüge nach Spanien und in die Türkei kompensieren können, sagt Somers. Und beim Eurokurs habe sich Hello stärker abgesichert als früher. Das hilft aber nicht ewig, weshalb der starke Franken ein grosses Problem bleibt. Somers rechnet für dieses Jahr dennoch mit mehr als doppelt so viel Umsatz wie 2010 und gar «einem kleinen Gewinn». Wegen Hello müsse Moritz Suter sein Haus nicht der Frau vermachen.

Erstellt: 18.06.2011, 07:58 Uhr

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