Was Ferrari, BMW und Mercedes in der Schweiz erwartet

Die Schweiz hat die «schmutzigste Autoflotte» Westeuropas. Weil die Autobranche den CO2-Ausstoss der Fahrzeuge nicht schnell genug reduzieren kann, drohen den Importeuren ab 2015 happige Bussen.

Zu viel CO-Ausstoss pro Kilometer:Autoimporteuere müssen beim Aston Martin mit hohen Bussen rechnen.

Zu viel CO-Ausstoss pro Kilometer:Autoimporteuere müssen beim Aston Martin mit hohen Bussen rechnen.

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Umweltminister Moritz Leuenberger hält die Offroad-Initiative der Jungen Grünen für nicht umsetzbar. Er will mit einem Gegenvorschlag die klimaschädlichen CO2-Abgase bekämpfen. Leuenbergers Plan: Bis 2015 sollen alle neuen Personenwagen nur noch 130 Gramm CO2 pro Kilometer ausstossen, wie in der EU auch.

Daran hat die Autobranche aber keine Freude. Denn pro Gramm Überschreitung müssen die Autoimporteure rund 150 Franken Busse bezahlen. «Auto-Schweiz» hat ausgerechnet, mit welchen Bussgeldern die Importeure rechnen müssen. Der Branchenverband hat aus den Verbrauchswerten 2009 der einzelnen Modelle für jede Marke einen Durchschnittswert errechnet. Die Beträge sind happig.

20'000 Franken Busse für einen Aston Martin

Am stärksten an die Kasse kommen Sportmodelle und Fahrzeuge mit Allrad-Antrieb - weil diese mehr Emissionen produzieren. Wenn die Autobranche den CO2-Austoss jährlich um 3 Prozent reduzieren muss, werden zum Beispiel Ferrari-Importeure für jeden Neuwagen 24'000 Franken Busse bezahlen müssen. Beim Import eines Aston Martin wären 20'000 Franken fällig. Ein Cadillac würde die Importeure 11'000 Franken kosten, ein Porsche 10'000 Franken und ein Landrover gegen 8000 Franken.

Doch auch für Fahrzeuge mit weniger PS sind die Bussen happig. Beim Import eines BMW Alpina würde die Busse 7000 Franken betragen, bei einem Saab über 5000 Franken, bei einem Mercedes 4000 Franken, bei einem Opel 3000 Franken, bei einem Volvo 2500, bei einem Audi 2500 Franken, bei einem Renault 1000 Franken, bei einem VW 500 Franken und bei einem Skoda ebenfalls 500 Franken.

Schweiz braucht grössere Anstrengungen

Dass die Autoimporteure an die Kasse kommen werden, wenn der Vorschlag Leuenberger so durchkommt, davon ist der Direktor von «Auto-Schweiz», Andreas Burgener, überzeugt. «Es ist schon heute klar, dass die vorgegebenen Zielwerte bis 2015 nicht erreicht werden können», sagt er. Anders als in der EU, reicht in der Schweiz der technische Fortschritt allein nicht aus, damit die Autos bis 2015 bloss noch 130 Gramm pro Kilometer ausstossen. Die Schweiz startet von einem höheren Niveau.

Während in der EU Neuwagen durchschnittlich 154 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer ausstossen, sind es in der Schweiz 175 Gramm. Helvetien hat wegen seiner Topografie und auch wegen der höheren Kaufkraft einen hohen Anteil an Fahrzeugen mit stärkeren Motoren und Allradantrieben, was mit mehr Emissionen verbunden ist. Wenn die Schweiz die gleiche Reduktion wie die EU erreichen will, muss sie in den kommenden Jahren den CO2 um 25 Prozent reduzieren. Leuenbergers Bundesamt für Strassen hält dies für machbar und die Sanktionen für verkraftbar.

Erstellt: 29.04.2010, 06:46 Uhr

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