Bern

Was Bern aus den «Tanz dich frei»-Ausschreitungen lernt

Der Gemeinderat hat am Freitag einen Bericht vorgelegt, der sich im Detail mit der «Tanz dich frei»-Demo vom 25. Mai 2013 befasst. Es gab vor allem zwei Hauptprobleme.

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Für den Berner Gemeinderat hat die zweite Durchführung von «Tanz dich frei» gezeigt, dass künftig nicht mehr davon ausgegangen werden kann, dass solche von der grossen Masse friedlich angegangene Veranstaltungen nicht auch ein Gewaltpotential von Minderheiten enthalten.

Zwar gingen die Behörden im Vorfeld von der Teilnahme eines gewalttätigen Kerns aus, die Gewaltbereitschaft habe aber den erwarteten Rahmen überstiegen. Dies hält der Gemeinderat in einem 24-seitigen Bericht, der am Freitag veröffentlicht wurde, zu den gewalttätigen Vorkommnissen von Ende Mai fest. Dieser Gewaltbereitschaft müsse nun bei künftigen Veranstaltungen Rechnung getragen und die Interventionsstrategie darauf ausgerichtet werden.

Nach Auffassung der Berner Stadtregierung gibt es jedoch kein Patentrezept im Umgang mit solchen Entwicklungen und Veranstaltungen. Die Strategie der Behörden und insbesondere die polizeiliche Einsatzstrategie müssen für jeden Einzelfall neu definiert werden. Wie in Zukunft bei ähnlichen Anlässen vorgegangen würde, muss deshalb im Rahmen der Analyse offen bleiben.

Anonymität und Grösse des Anlasses als Hauptprobleme

Der Gemeinderat ist der Ansicht, dass es richtig war, die unbewilligte Tanzdemonstration nicht von Anfang an polizeilich zu verhindern, sondern sie im Sinne der Deeskalationsstrategie zu begleiten. Eine Intervention hätte unbeteiligte Dritte gefährdet und möglicherweise eine Eskalation provoziert.

Als Hauptproblem erachtet der Gemeinderat, dass anonym zur Massenveranstaltung aufgerufen wurde und dass ein gewaltbereiter Kern diese als Plattform missbrauchte. Dadurch sei ein konsequentes polizeiliches Eingreifen während des Umzugs stark erschwert worden.

Inputs aus dem dritten Runden Tisch

Laut Gemeinderat hat eine Kumulation von Faktoren den Handlungsspielraum der Behörden stark eingeschränkt. Neben der Anonymität und der Grösse des Anlasses werden im Bericht die unklare Route, die ausserordentliche Baustellensituation in der Innenstadt, die Gefahr einer Massenpanik und die Vermischung von verschiedenen Kreisen und Gruppierungen genannt.

Im Rahmen der Analyse konnte der Gemeindarat auch wertvolle Inputs aus dem dritten Runden Tisch zum Berner Nachtleben entgegen nehmen. Dort sind Organisationen und Interessengruppen vertreten, die sich bereits in der Nachtleben-Diskussion engagiert haben. Der Gemeinderat wird auch diese Ideen nun vertieft auswerten und in die Diskussion mit den verschiedenen Partnern einbringen. (js/sih)

Erstellt: 06.09.2013, 11:29 Uhr

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