Wasserfallen möchte nun lieber Regierungsrat werden

Top-Favorit Christian Wasserfallen zieht sich als Kandidat für das FDP-Präsidium zurück.

«Mein Entscheid fiel unabhängig vom Interesse von Petra Gössi»: Christian Wasserfallen.

«Mein Entscheid fiel unabhängig vom Interesse von Petra Gössi»: Christian Wasserfallen. Bild: Gaetan Bally/Keystone

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Man wartete nur noch auf seine offizielle Bewerbung. Der Berner Nationalrat Christian Wasserfallen galt als Favorit für die Nachfolge von Philipp Müller als FDP-Präsident. Gestern nahm er sich jedoch aus dem Rennen, nachdem die Schwyzerin Petra Gössi Ambitionen für das Amt bekundet hatte. «Mein Entscheid fiel unabhängig vom Interesse von Petra Gössi», stellt Wasserfallen klar. Er habe sich die Frage gründlich überlegt, gar eine Art Stärken-Schwächen-Analyse durchgeführt und mit vielen Leuten Gespräche geführt. Mit wem, wollte er nicht sagen. Wohl aber, dass viele Parteikollegen seinen Verzicht bedauerten. Das Parteipräsidium sei für ihn nach acht Jahren im Nationalrat jedoch nicht der «logische nächste Schritt» gewesen. «Ich habe gemerkt, dass das Amt nicht vereinbar ist mit meinem Wunsch, vertieft in politischen Dossiers zu arbeiten.» Wasserfallen führt einen weiteren Grund an. Im letzten Herbst wurde er schwer enttäuscht, als seine Parteikollegen statt ihn den Tessiner Ignazio Cassis zum FDP-Fraktionspräsidenten wählten. «Das war für mich ein Fingerzeig, meine Kräfte richtig einzuschätzen, gerade wenn es als Präsident einmal stürmisch werden könnte.»

Zurückhaltung in der Partei

Wasserfallen hegt indes andere Ambitionen. «Ich überlege mir, für die Berner Regierungsratswahlen 2018 anzutreten.» Ob er den Sitz von FDP-Sicherheitsdirektor Hans-Jürg Käser übernehmen wolle, dazu möchte sich Wasserfallen nicht äussern. «Das liegt noch in ferner Zukunft.» Dennoch wüsste er jetzt schon, wofür er sich als neuer Regierungsrat einsetzen würde. «Ich würde Bern als Werkstatt der Schweiz mit vielen Industriebetrieben sowie als Bildungs- und Medizinalstandort besser positionieren.»

Wasserfallens Verzicht auf das Parteipräsidium und dessen Ambitionen für einen Sitz im Berner Regierungsrat werden in der kantonalen Partei zurückhaltend kommentiert. Dass er nicht für das Präsidium antreten wolle, sei sein persönlicher Entscheid, sagt etwa der Berner FDP-Präsident Pierre-Yves Grivel. Für ihn galt Wasserfallen schweizweit als «Top-Favorit». «Er ist zwar weniger hart als Philipp Müller, aber sehr beliebt.» Anders sieht dies FDP-Grossrat Peter Flück, der bis 2011 Parteipräsident war. Wasserfallen habe die Lage realistisch eingeschätzt, sagt Flück: «Petra Gössi hat die besseren Karten. Sie hat einen unternehmerischen Hintergrund, und als Kantonalpräsidentin bringt sie Führungserfahrung mit. Zudem arbeitet sie in Zürich, dem Ur-Wirtschaftskanton der FDP.»

Sowohl Grivel als auch Flück lassen durchblicken, dass es dem 34-Jährigen an Exekutiverfahrung fehlt, um für den Regierungsrat zu kandidieren. «Die Regierungsarbeit ist ein anderer Job als jener als Parlamentarier», sagt Grivel. Wasserfallen habe zwar durchaus Qualitäten, um als Regierungsrat zu kandidieren, sagt Flück. «Für mich ist aber klar, dass ein Regierungsratskandidat auch Führungserfahrung und einen entsprechenden beruflichen Background mitbringen sollte.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 07.02.2016, 22:17 Uhr

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