Weg frei für das Gaskraftwerk Chavalon

Die Energiestrategie des Bundes beinhaltet den Bau eines Gaskraftwerks bis 2020. Dem geplanten Werk in Vouvry stand bisher die CO2- Kompensation im Weg. Jetzt haben sich Bund und Betreiberin geeinigt.

Einigung nach mehrjährigen Verhandlungen: Blick auf das Wärmekraftwerk Chavalon in Vouvry. Hier soll das Gaskraftwerk entstehen. (Archivbild)

Einigung nach mehrjährigen Verhandlungen: Blick auf das Wärmekraftwerk Chavalon in Vouvry. Hier soll das Gaskraftwerk entstehen. (Archivbild) Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) und die Betreiberin des geplanten Gaskombikraftwerks Chavalon in Vouvry (VS) haben sich auf die Kompensation des CO2-Ausstosses geeinigt. Mindestens 70 Prozent der Emissionen sollen direkt in der Schweiz kompensiert werden.

Nach mehrjährigen Verhandlungen haben sich das Bafu und die Société Centrale Thermique de Vouvry SA (CTV) auf einen Kompensationsvertrag geeinigt. Heute wurde er vor den Medien in Bern vorgestellt.

Bewilligungsverfahren kann fortgesetzt werden

Je nach Anzahl Betriebsstunden wird Chavalon zwischen 700'000 und 1,2 Millionen Tonnen CO2 ausstossen. Für die Kompensation dieses CO2-Ausstosses wird CTV in Programme zur besseren Nutzung der Abwärme und Energieeffizienz von Gebäuden investieren.

Konkret sollen Abwärme aus Abwasser und Kläranlagen und Fernwärme aus Kehrichtverbrennungsanlagen besser genutzt werden. Weiter sollen Gebäude energiesparsamer gemacht werden. Zudem wird mit der Kompensation die Installation von Wärmepumpen finanziell gefördert.

Das Kompensationsprogramm soll über die Stiftung Carmin umgesetzt werden, die von CTV ins Leben gerufen wurde und vom Kraftwerksbetreiber finanziert wird. Die CO2-Kompensation galt als bisher grösstes Hindernis für das Gaskraftwerk. Mit dem Abkommen kann das Bewilligungsverfahren fortgesetzt werden.

Strom für 500'000 Haushalte pro Jahr

Die Standortgemeinde Vouvry im Unterwallis hat den Bau des Kraftwerks Chavalon bereits im September 2009 bewilligt. Gegen diesen Entscheid sind Rekurse vor dem Verwaltungsgericht des Kantons Wallis hängig.

Das Gas- und Dampfkombikraftwerk soll mit einer Leistung von 400 Megawatt zwei bis drei Terawattstunden Strom pro Jahr produzieren. Dies entspricht dem Jahresbedarf von mehr als 500'000 Haushalten.

Die Energiestrategie 2050 des Bundes sieht vor, dass bis im Jahr 2020 ein Gaskraftwerk gebaut werden muss, um vom Atomstrom wegzukommen. Das geplante Werk in Chavalon ist das am weitesten gediehene Projekt dieser Art in der Schweiz.

(rbi/sda)

Erstellt: 26.09.2012, 11:32 Uhr

Artikel zum Thema

Gaskraftwerk Chavalon könnte 2018 in Betrieb gehen

Laut Energiestrategie des Bundes muss bis 2020 ein erstes Gaskraftwerk ans Netz. Ein solches könnte bereits zwei Jahre früher betriebsbereit sein. Auf dem Gelände des ehemaligen Ölkraftwerks Chavalon. Mehr...

Bundesrat sagt Ja zu umstrittenem Gaskraftwerk

Im Unterwallis kann dank einer Sonderregelung des Bundesrates am Standort des früheren Ölwerkes von Chavalon künftig ein Gaskraftwerk betrieben werden. Parlament und Kantone waren dagegen. Mehr...

Widerstand gegen Grosskraftwerk im Wallis

400 Megawatt Leistung soll das im Wallis geplante Gaskombikraftwerk dereinst erreichen, knapp halb so viel wie das AKW Gösgen. WWF und Pro Natura stellen sich dagegen. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Blog

Kommentare

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Kein Ball aber viel Rauch: Der Fussballer Tyler Roberts von Wales steht beim Spiel gegen Dänemark in Cardiff im Dunstkreis von einer Fan-Fackel. (17. November 2018)
(Bild: Matthew Childs) Mehr...