Wegen der Kälte kommen weniger Asylbewerber

Im Februar erhielten 583 Menschen Asyl in der Schweiz. 920 Menschen reisten aus oder wurden zurückgeführt.

Am meisten Flüchtlinge kommen aus Afghanistan und Syrien: Ein Asylbewerber gibt bei der Grenzkontrolle am Zoll des Bahnhofs Chiasso seinen Fingerabdruck ab. (16. Juni 2015)

Am meisten Flüchtlinge kommen aus Afghanistan und Syrien: Ein Asylbewerber gibt bei der Grenzkontrolle am Zoll des Bahnhofs Chiasso seinen Fingerabdruck ab. (16. Juni 2015) Bild: Benedetto Galli

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Die Zahl der Asylgesuche ist im Februar in der Schweiz um einen Viertel gegenüber dem Vormonat gesunken. Insgesamt wurden 2705 Asylgesuche eingereicht. Bereits im Januar waren weniger Gesuche eingereicht worden. Ein Grund sind die tiefen Temperaturen.

Vor allem die Zahl der Gesuche von afghanischen und syrischen Staatsangehörigen ist gegenüber dem Vormonat stark zurückgegangen, wie das Staatssekretariat für Migration (SEM) mitteilte. Dennoch blieben Afghanistan mit 651 Gesuchen und Syrien mit 244 Gesuchen die wichtigsten Herkunftsländer von Asylsuchenden im Januar. Ihre Gesuche nahmen um 573 respektive 244 ab.

Es folgten Personen aus dem Irak, die 221 Gesuche eingereicht haben, was 146 weniger sind als im Vormonat. Um 52 auf insgesamt 181 Gesuche abgenommen haben auch die Anträge von Menschen aus Eritrea.

Weniger Flüchtlinge wegen Kälte

Obwohl in den Wintermonaten etwas weniger Asylsuchende in der Schweiz eingetroffen seien, bleibe die Flüchtlingssituation in Europa und der Schweiz auch in diesem Jahr angespannt. Dies aufgrund der anhaltenden Kriegs- und Krisenherde, heisst es weiter.

Den Rückgang im Januar hatte Martin Reichlin vom SEM durch die weniger genutzte Mittelmeer-Route begründet. Auf dieser sind erfahrungsgemäss in der kalten Jahreszeit weniger Menschen unterwegs. «Der Rückgang im Winter ist markant», sagte er vor einem Monat. Anderseits waren aber auch auf der Balkanroute, die inzwischen von den Balkanstaaten geschlossen wurde, weniger Personen unterwegs. Und in Griechenland schwanken die Zahlen der Menschen, die von der türkischen Küste übersetzen, je nach Wetter.

Wie angespannt die Lage ganz grundsätzlich ist, zeigte sich im vergangenen Jahr deutlich. Insgesamt wurden in der Schweiz knapp 40'000 Asylgesuche eingereicht. Das waren fast 16'000 mehr als im Jahr 2014. Eritrea war dabei mit 9966 Asylsuchenden das wichtigste Herkunftsland. In ganz Europa haben rund 1,4 Millionen Menschen um Asyl gebeten – eine Verdoppelung gegenüber 2014.

583 Personen erhielten Asyl

Das SEM erledigte im Februar 2845 Asylgesuche in erster Instanz. Dabei erhielten 583 Personen Asyl, und 647 Personen wurden vorläufig aufgenommen. Auf 1006 Gesuche wurde auf Grundlage des Dublin-Abkommens nicht eingetreten.

Zudem seien im zweiten Monat des Jahres 920 Personen aus der Schweiz ausgereist oder rückgeführt worden. Weitere 355 Personen konnten in einen zuständigen Dublin-Staat überführt werden. Im Gegenzug wurden 48 in die Schweiz überstellt. (ij/sda)

Erstellt: 10.03.2016, 13:33 Uhr

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