Weltverband der Sterbehilfe zieht in die Schweiz

Noch eine internationale Organisation verlegt ihren Sitz in die Schweiz. Warum an den Plänen des Weltverbandes der Sterbehilfeorganisationen ausgerechnet die einheimische Exit keine Freude hat.

Der Sterbetourismus in die Schweiz wurde zuletzt international thematisiert: Das Schlafmittel Pentobarbital wird von Sterbewilligen eingenommen.

Der Sterbetourismus in die Schweiz wurde zuletzt international thematisiert: Das Schlafmittel Pentobarbital wird von Sterbewilligen eingenommen. Bild: Keystone

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Die Delegierten von über 50 Sterbehilfeorganisationen haben fast einstimmig entschieden: Der Weltverband soll seinen Sitz in die Schweiz verlegen. Dies berichtet die «Schweiz am Sonntag». Der Entschluss fiel kürzlich am Kongress der Sterbehilfe-Befürworter in Chicago.

Neu soll der Dachverband in Genf organisiert werden, nicht mehr in New York. Dort seien die Steuern zu hoch, monierten die verschiedenen Organisationen.

Alle zwei Jahre ein Weltkongress

Nur zwei Verbände stellten sich gegen das Vorhaben: die Sterbehilfe Deutschland und die Schweizer Vereinigung Exit. Sie befürchten negative Reaktionen, sollte nach den vielen Berichten über den «Sterbetourismus» nun auch der Dachverband in die Schweiz ziehen. Doch sie wurden überstimmt.

Zurzeit bereitet der Dachverband seinen Umzug in die Schweiz vor. Rob Jonquiere, Kommunikationschef des Weltverbandes, beruhigt aber die Gegner. «Als Dachverband leisten wir keine aktive Sterbehilfe», sagt er. «Wir beraten und unterstützen die Organisationen, sollten sie unsere Hilfe benötigen – mehr nicht.» Zudem organisiert der Verband den alle zwei Jahre stattfindenden Weltkongress.

Exit braucht neues Sterbezimmer

Die Sterbehilfeorganisation Exit hat derweil noch ein weiteres Problem: Sie musste ihr Zweigbüro in Bern kürzlich schliessen. Ein Arzt hatte Beschwerde eingereicht, weil darin auch Menschen in den Freitod begleitet wurden. Nun sucht Exit nach einem neuen Sterbezimmer, vorzugsweise im Mittelland.

«Wir benötigten mindestens zwei zusammenhängende Räume», sagt Exit-Vizepräsident Bernhard Sutter. Ein solches zentralisiertes Sterbezimmer zwischen Bern und Zürich wäre die beste Lösung, sagt er. Auf den Zürcher Hauptsitz kann die Organisation nicht ausweichen. Wegen der stark steigenden Mitgliederzahlen werden alle Räume der Geschäftsstelle als Büro benötigt. (ldc)

Erstellt: 01.11.2014, 23:17 Uhr

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