Weniger Sozialhilfe für Grossfamilien und Junge

Die Kantone wollen die SKOS-Richtlinien für Sozialhilfe verschärfen. Im Fokus stehen Grossfamilien und junge Leute – aber auch Strafmöglichkeiten.

Künftig soll der Grundbedarf bei Grossfamilien und jungen Erwachsenen gesenkt werden: Eine Tagesmutter mit eigenem und Pflegekindern. (Archivbild: Keystone)

Künftig soll der Grundbedarf bei Grossfamilien und jungen Erwachsenen gesenkt werden: Eine Tagesmutter mit eigenem und Pflegekindern. (Archivbild: Keystone)

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Kantone wollen die SKOS-Richtlinien für die Sozialhilfe verschärfen. Künftig soll der Grundbedarf bei Grossfamilien und jungen Erwachsenen gesenkt werden. Daneben fordern die Kantone, die Sanktionsmöglichkeiten auf 30 Prozent der Sozialhilfe auszuweiten. Diese Eckwerte hat die Konferenz der kantonalen Sozialdirektoren (SODK) an ihrer ersten Sozialkonferenz festgelegt. Dies sei in Absprache mit Vertretern der Gemeinden und Städten geschehen, heisst es in einer Mitteilung. Weiter will die SODK das Anreizsystem in der Sozialhilfe überarbeiten. Unverändert bleibt der Einkommensfreibetrag.

Die SODK wird die Richtlinien an der nächsten Sozialkonferenz im September verabschieden und per 1. Januar 2016 in Kraft setzen. Das soll die Legitimation der Empfehlungen erhöhen, an denen sich viele Gemeinden bei der Berechnung und Handhabung von Sozialhilfe orientieren.

Austritt als Protest

Die Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS) waren jüngst immer mehr unter Druck geraten. Mehrere Gemeinden traten aus Protest aus der SKOS aus. Um zu sehen, wo der Schuh drückt, hatte die SKOS Anfang Jahr eine Revision angestossen und ihren 900 Mitgliedern einen Fragenkatalog unterbreitet.

Ausgelöst hatte die Debatte ein Bundesgerichtsurteil im Fall der Gemeinde Berikon. Die Aargauer Gemeinde wurde zurückgepfiffen, weil sie einem unkooperativen Sozialhilfebezüger die Sozialhilfe gestrichen hatte. Die SKOS ist eine private Organisation. Alle Kantone sind aber Mitglied des Vorstandes, dem auch Städte, Gemeinden sowie private Organisationen angehören. (thu/sda)

Erstellt: 22.05.2015, 16:09 Uhr

Artikel zum Thema

Skos-Austritt ist gescheitert

Zürich bekommt keine eigenen Sozialhilfe-Richtlinien. Der Kantonsrat hat eine entsprechende Motion der FDP-Politikerin Linda Camenisch mit 96 zu 73 Stimmen abgelehnt. Mehr...

Ein Signal für den sozialen Frieden

Kommentar Dass der Kanton Zürich die Sozialhilfe-Richtlinien der Skos weiterhin anwendet und keine schärferen Regeln aufstellt, ist zu begrüssen – doch der Druck auf die Sozialhilfe bleibt. Mehr...

«Den Rest wird die Sozialhilfe tragen müssen»

Interview Der Kanton Zürich bleibt der Skos treu. SP-Nationalrätin Silvia Schenker fürchtet, dass die Kritik an der Sozialhilfe damit nicht vom Tisch ist – und verlangt eine nationale Lösung. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Blog

Kommentare

Blogs

Geldblog Waadtländer KB überzeugt als Bank und als Investition

Newsletter

Der ideale Start in den Tag

Sie wollen täglich die besten Beiträge aus der Redaktion?
Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter «Der Morgen».

Die Welt in Bildern

Spielvergnügen: Kinder spielen in einem 20'000 Quadratmeter grossen und zwei Kilometer langen Maislabyrinth bei «Urba Kids» in Orbe, Waadt. (22. August 2019)
(Bild: Laurent Gillieron) Mehr...