Wer 107 Stimmen mehr erhielt als Calmy-Rey

Alain Berset ist mit einer hohen Stimmenzahl zum Bundespräsidenten gewählt worden. Absolute Glanzresultate gab es in den letzten Jahren nicht mehr – dafür ein paar Taucher.

Feierte trotz schlechtem Resultat: Micheline Calmy-Rey (ganz rechts) nach ihrer Wahl zur Bundespräsidentin im Dezember 2010 mit Vorgängerin Doris Leuthard (Zweite von links) und Vertretern von Regierung und Parlament des Kantons Genf. (12. Dezember 2010)

Feierte trotz schlechtem Resultat: Micheline Calmy-Rey (ganz rechts) nach ihrer Wahl zur Bundespräsidentin im Dezember 2010 mit Vorgängerin Doris Leuthard (Zweite von links) und Vertretern von Regierung und Parlament des Kantons Genf. (12. Dezember 2010) Bild: Salvatore Di Nolfi/Keystone

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Nur 106 von 189 gültigen Stimmen erhielt Micheline Calmy-Rey am 8. Dezember 2012. Damit erzielte sie bei ihrer zweiten Wahl zur Bundespräsidentin das schlechteste Resultat seit Einführung des Proporzwahlsystems im Jahr 1919. Die Parlamentarier wollten Calmy-Rey für ihr Handeln in der Libyen-Krise abstrafen. Calmy-Rey gab sich unbeeindruckt: «Ich betrachte das als politisches Spiel, das hat keine Bedeutung», sagte sie in der «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens.

Bei der Wahl zum Bundespräsidenten stehen jeweils alle sieben Bundesräte zur Wahl. Traditionsgemäss werden Vizepräsidium und Präsidium aber nach dem Anciennitätsprinzip gewählt; der Vizepräsident übernimmt jeweils das Präsidium nach einem Jahr von seinem Vorgänger. Eine unmittelbare Wiederwahl ist ausgeschlossen. Auch der nun gewählte Alain Berset (SP, FR) war dieses Jahr Vizepräsident. Übergangen wurde bisher einzig Stefano Franscini (Liberal-Radikale, TI) – einer der ersten sieben Bundesräte.

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Ein schlechtes Resultat erzielte 2013 auch Ueli Maurer (SVP, ZH), der auf 148 Stimmen kam. Absolute Spitzenresultate mit über 200 von 246 möglichen Stimmen wurden in den letzten zwanzig Jahren hingegen nicht erzielt. Am besten überhaupt schnitten Willy Ritschard (SP) und Hans-Peter Tschudi (SP) in den 70er-Jahren mit je 213 Stimmen ab – was 107 Stimmen mehr sind, als Calmy-Rey erhielt. Die Sozialdemokraten dürfen damit sowohl das schlechteste wie auch die zwei besten Wahlresultate für sich verbuchen. Alain Berset platziert sich mit sehr guten 190 Stimmen im vordersten Drittel – gleichauf mit Kurt Furgler (CVP, SG) 1977 und zwei Stimmen vor Doris Leuthard letztes Jahr.


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Erstellt: 06.12.2017, 09:23 Uhr

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