Wer will mich?

Nach seinem Austritt aus der SP prüft Nationalrat Ricardo Lumengo die Angebote anderer Parteien. Zwei Parteien haben bereits ihr Interesse angemeldet.

Die Qual der Wahl: Nationalrat Ricardo Lumengo führt Gespräche mit verschiedenen Parteien.

Die Qual der Wahl: Nationalrat Ricardo Lumengo führt Gespräche mit verschiedenen Parteien. Bild: Keystone

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Lumengo war vergangene Woche wegen Wahlfälschung verurteilt worden. Er zieht das Urteil weiter. Trotzdem forderte ihn die SP zum sofortigen Rücktritt als Nationalrat auf. Der Bieler Politiker gab darauf seinen Austritt aus der SP bekannt. Sein Amt als Nationalrat will Lumengo zunächst als Parteiloser weiterführen, wie er am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte. Ob er sich einer Fraktion anschliesse, sei noch offen. «Für die parlamentarische Arbeit wäre es sicher von Vorteil.»

Mittelfristig stelle sich die Frage einer erneuten Kandidatur bei den Wahlen 2011 – auf einer eigenen Liste oder als Mitglied einer anderen Partei. Alle Optionen seien offen, betonte Lumengo. Unter anderem sei er von der neuen Linkspartei «La Gauche – Alternative Linke – La Sinistra» kontaktiert worden, berichtete er. Die Partei wurde im Mai gegründet und soll die linksalternativen Kräfte ausserhalb der SP und der Grünen zusammenfassen.

Signale von der EVP

Gefreut hätten ihn auch Signale aus EVP-Kreisen. Ruedi Löffel, Co-Geschäftsführer der bernischen EVP, bestätigte einen Bericht der Zeitung «La Liberté», wonach er mit Lumengo sprechen und Möglichkeiten einer Zusammenarbeit ausloten wolle. Er kenne Lumengo aus dem Grossen Rat und sei mit ihm via Facebook verbunden, sagte Löffel.

Löffel und auch Lumengo betonten die christlichen Werte, die sie verbänden. Der EVP-Grossrat wies darauf hin, dass er in Sachen Fraktionsbildung im Bundeshaus keinen Einfluss habe. Sollte Lumengo aber 2011 selber zu den Nationalratswahlen antreten, könne man eine Listenverbindung prüfen.

(jak/sda)

Erstellt: 17.11.2010, 10:32 Uhr

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