Widmer-Schlumpf soll auf Kosten der FDP im Bundesrat bleiben

CVP-Präsident Christophe Darbellay hält einen zweiten Sitz der SVP in der Regierung für «legitim» – aber nicht auf Kosten der neuen CVP-BDP-Allianz.

Ende Jahr sollen die Details der neuen Zusammenarbeit feststehen: Die Präsidenten von CVP (links) und BDP während der Herbstsession im Nationalrat. (23. September 2014)

Ende Jahr sollen die Details der neuen Zusammenarbeit feststehen: Die Präsidenten von CVP (links) und BDP während der Herbstsession im Nationalrat. (23. September 2014) Bild: Keystone

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CVP-Präsident Christophe Darbellay verteidigt die bisher eher vagen Pläne der CVP und der BDP für eine Zusammenarbeit in der Mitte. Wie diese aussehen soll, will er Ende Jahr bekanntgeben. Er räumt ein, dass Eveline Widmer-Schlumpfs Zukunft eng damit zusammenhängt.

Ein Verbleib von BDP-Bundesrätin Widmer-Schlumpf in der Regierung ist aus Darbellays Sicht legitim, wenn BDP und CVP zusammenrücken. Mit einer engeren Zusammenarbeit als heute könne die Mitte ihre zwei Sitze im Bundesrat halten, sagte Darbellay in einem Interview, das am Freitag in der Westschweizer Zeitung «Le Temps» erschien.

Zudem sei nicht vorstellbar, dass SVP und FDP mit ihren Wähleranteilen in der Region von 40 Prozent eine Mehrheit im Bundesrat halten sollen. Dass die SVP einen zweiten Sitz im Bundesrat beansprucht, hält Darbellay für «legitim». Sie müsse sich dazu aber auch wie eine Regierungspartei verhalten.

Modell CDU/CSU als Vorbild

Auf die Frage nach den Details einer Allianz zwischen BDP und CVP mahnt Darbellay zur Geduld. Noch sei die Zeit nicht reif, sagte der Walliser Nationalrat. Ende 2014 oder Anfang 2015 würden die Pläne präzisiert. Angestrebt werde «ein wichtiger Schritt» auf nationaler Ebene, wobei aber die kantonalen Sektionen autonom bleiben sollen.

Eine Fusion schliessen die Parteien aus. In den Medien wurde im Sommer aber spekuliert, dass CVP (12 Prozent Wähleranteil) und BDP (5 Prozent) eine Allianz nach dem Vorbild der CDU/CSU-Union in Deutschland anstrebten. Vereinbart haben BDP und CVP quasi flächendeckende Listenverbindungen in den Kantonen.

«FDP muss sich von der SVP abwenden»

Darbellay bekräftigte erneut, dass er unter Führung von CVP und BDP eine starke Kraft aufbauen will. So könne die Radikalisierung der Extreme und das Zerbröckeln der Mitte bekämpft werden. «Es braucht eine kohärente Kraft statt fünf Parteien, die im gleichen Teich fischen.» Dabei seien die Türen für alle offen, sagte Darbellay weiter. Er spricht dabei auch die FDP an, von der er aber fordert, sie müsse sich von der SVP abwenden.

Auch die GLP werde nicht ausgeschlossen. Darbellay geht aber davon aus, dass sie nicht mehr die gleichen für sie vorteilhaften Listenverbindungen eingehen kann und deshalb Sitze verlieren wird. Dass die GLP bei den letzten Wahlen bei den Listenverbindungen knallhart auf den eigenen Vorteil geachtet hat, könnte laut Darbellay nun auf sie zurückfallen. (ldc/sda)

Erstellt: 03.10.2014, 07:05 Uhr

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