Wie gefährlich sind Rime und Wyss?

Obwohl die FDP ihren Sitz wohl halten kann, droht für einen Freisinnigen das frühe Aus an der Bundesratswahl.

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Weder SVP-Kandidat Jean-François Rime noch die Grüne Brigit Wyss ist brandgefährlich, dennoch müssen sich die Bundesratsanwärter der FDP vor ihnen Acht nehmen: Denn je nachdem, wie die ersten Wahlgänge verlaufen, scheidet eines der freisinnigen Mitglieder schnell aus dem Rennen aus.

Rimes Potenzial wird im ersten Wahlgang auf mindestens 78 Stimmen geschätzt: 66 stammen von der SVP und rund 12 vom rechten Flügel der CVP. Damit ist Rime fest im Sattel. Schwerer einzuschätzen ist das Potenzial der übrigen Kandidaten: Wenn sich die SP an ihr «Päckli» mit der FDP hält, wird sie sich beim Freisinn dafür bedanken, dass er der SP bei der Wahl davor geholfen hat, ihren Sitz zu verteidigen. Ist der Spieltrieb der SP hingegen grösser – wenn auch nur in den ersten Wahlgängen –, wird sie Wyss unterstützen.

Der Druck ist auch hier gross: Denn die Grünen haben angekündigt, dass sie in einem Jahr den Sitz der SP angreifen, wenn sie nun von der linken Schwesterpartei keinen Support erhalten. Hält die SP zu Wyss, macht sie 75 Stimmen.

In diesem Fall wird es eng für die FDP: Auf ihre beiden Anwärter fallen dann noch 93 Voten. Unabhängig davon, wie sich diese Stimmen verteilen, wäre es wahrscheinlich, dass als Erstes ein FDP-Mitglied aus dem Rennen scheidet. Denn ab dem dritten Wahlgang gilt: Das Mitglied mit der tiefsten Stimmenzahl ist draussen. Trifft dieser Fall ein, erhält das verbleibende FDP-Mitglied dafür Auftrieb und kann wohl zur Wahl durchmarschieren.

Erstellt: 19.09.2010, 15:25 Uhr

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