Wie lange Patienten im Spital bleiben

Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in den Allgemeinspitälern ist erstmals seit zehn Jahren wieder angestiegen. Die jährliche Statistik des Bundes verrät zudem die häufigsten Ursachen für eine Spitalbehandlung.

Längere Aufenthaltsdauer: In einem Spital in Sion.

Längere Aufenthaltsdauer: In einem Spital in Sion. Bild: Keystone

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Wie das Bundesamt für Statistik (BFS) mitteilte, blieben Patienten im Schnitt 7,7 Tage in Spital, im Vorjahr waren es 7,3 Tage. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren betrug die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in den Akutspitälern noch rund 9 Tage, danach verkürzte sie sich laufend. In den psychiatrischen Spezialkliniken verlängerten sich die Aufenthalte gemäss den Statistiken der stationären Gesundheitsversorgung von 2010 im Schnitt um 2,8 auf 40,1 Tage.

Die Schweiz zählte 2010 286 Spitalbetriebe (mit Geburtshäusern 297). Im Jahr 2000 waren es noch 372 Betriebe. 2010 wurden rund 1,3 Millionen stationäre Fälle behandelt. Diese Anzahl nahm im Vergleich zum Vorjahr um 1,3 Prozent zu, leicht stärker als die Wohnbevölkerung. In der gleichen Zeitspanne stieg die Zahl der Pflegetage um ein halbes Prozent auf rund 12,7 Millionen.

Im Jahr 2010 arbeiteten 174'000 Personen in Schweizer Spitälern, die 138'500 Vollzeitstellen besetzten. Dies entspricht einer Zunahme von einem Prozent gegenüber dem Vorjahr. Drei Viertel der Beschäftigten sind Frauen. Bei der Ärzteschaft gibt es etwa gleich viele Männer wie Frauen. Ein Drittel des Personals sind Ausländer. In den Alters- und Pflegeheimen der Schweiz wurden im Jahr 2010 rund 138'800 ältere Menschen betreut.

Meist wegen Verletzungen ins Spital

Die häufigste Ursache für eine stationäre Spitalbehandlung waren Verletzungen (177'811 Fälle). Überdurchschnittlich häufig davon betroffen waren 40- bis 50-jährige Männer (zum Beispiel wegen Verletzungen des Knies oder Unterschenkels) sowie über 80-jährige Patientinnen (oft wegen Schenkelhalsfrakturen).

An zweiter Stelle folgten Spitalaufenthalte aufgrund von Erkrankungen an Muskeln oder Skelett, beispielsweise von Arthrosen, Rückenproblemen oder Bandscheibenschäden (166'078 Behandlungsfälle). An dritter Stelle standen Herzkreislauf-Probleme (rund 145'000 Fälle), wobei diese zu fast drei Viertel über 60-jährige Personen betrafen.

Kaiserschnittrate bleibt stabil

In den Schweizer Spitälern wurden letztes Jahr knapp 80'000 Mütter stationär entbunden, davon rund ein Drittel mittels Kaiserschnitt - eine ziemlich stabile Rate. Die durchschnittliche Kaiserschnittrate war in kleinen Spitälern höher als in grossen. Am Kaiserschnitt-freudigsten zeigten sich im Kanton Zug wohnhafte Mütter, die tiefste Rate weisen die Jurassierinnen auf. Auch lag die Kaiserschnittrate in Privatkliniken deutlich über derjenigen in öffentlich-rechtlichen Spitälern.

Die Gesamtkosten der Spitäler beliefen sich auf 23,2 Milliarden Franken, was eine Zunahme von vier Prozent gegenüber 2009 bedeutet. Die Betreuung von älteren Personen in Heimen kostete 8,2 Milliarden Franken (plus 2,9 Prozent gegenüber 2009). Die Zunahme ist vor allem auf eine Vergrösserung des Personalbestandes zurück zu führen.

(jak/sda)

Erstellt: 01.12.2011, 11:59 Uhr

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