Wie viel Steuern Schweizer zahlen

Im Vergleich zu den Nachbarn müssen Schweizer Arbeitnehmer deutlich weniger Abgaben zahlen. Das zeigt eine Statistik der OECD.

Prozent

Quelle:OECD

Durchschnittliche Steuerlast für Alleinverdiener ohne Kinder.


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Die Belastung von Arbeitseinkommen in der Schweiz liegt deutlich unter dem OECD-Mittel. Dies geht aus Berechnungen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor, die am Dienstag in Paris veröffentlicht wurden.

Dass die Schweiz steuerlich auch für einfache Lohnbezüger attraktiv bleibt, zeigt der Steuerkeil («Tax Wedge»), die Differenz zwischen den Arbeitskosten der Arbeitgeber und dem Nettoeinkommen eines Einzelverdieners. Sie zeigt, wie viel Kaufkraft der Staat einem Arbeitnehmer durch Steuern und Abgaben nimmt.

Deutschland unter den Nachbarn am höchsten

Für einen alleinstehenden Arbeitnehmer ohne Kinder mit einem Durchschnittslohn lag der durchschnittliche Steuerkeil in den 30 OECD-Mitgliedstaaten 2009 bei 41,1 Prozent. In der Schweiz lag er bei 29,3 Prozent, in Deutschland bei 50,9 Prozent, in Frankreich bei 49,2 Prozent, in Österreich bei 47,9 und in Italien bei 46,5 Prozent.

Der Steuerkeil für ein verheiratetes Paar mit zwei Kindern und einem Verdiener mit Durchschnittslohn lag in der OECD im Mittel bei 26,0 Prozent. In der Schweiz waren es 17,2 Prozent, in Frankreich 41,7 Prozent, in Österreich 36,6 Prozent, in Italien 35,7 und in Deutschland 33,7 Prozent.

Tatsächliche Belastung unterschätzt

Zu beachten sei jedoch, dass für die Schweiz für den OECD-Vergleich die Sozialbeiträge des verbindlichen Teils der beruflichen Vorsorge sowie die obligatorischen Kranken- und Unfallversicherungsbeiträge nur mit Mindestbeträgen angegeben würden. Oder sie seien gar nicht mitgerechnet, da sie an privatrechtlich organisierte Träger gehen.

Die effektive Abgabenbelastung in der Schweiz werde somit unterschätzt, stellt die OECD-Studie fest. Insgesamt gelten die Berechnungen für Arbeitnehmer in Zürich. Herangezogen wird der durchschnittliche Jahresbruttolohn eines Vollzeitarbeitnehmers in der Privatwirtschaft, nämlich 75'376 Franken.

Im Durchschnitt sank in den OECD-Staaten 2009 die Belastung von Arbeitseinkommen. In vielen Ländern, so auch in Deutschland und Österreich, wurde die Steuer- und Abgabenlast gesenkt, meist besonders stark für Familien. Am deutlichsten wurden Familien in der Slowakei, in Neuseeland und in der Türkei entlastet. (oku/sda)

Erstellt: 11.05.2010, 15:25 Uhr

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