«Wir können uns Waffenlieferungen vorstellen»

Kann die Gewalt der IS-Kämpfer im Irak nur mit Waffen gestoppt werden? Dazu kommt nun ein überraschendes Statement von der Spitze der katholischen Kirche in der Schweiz.

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Seit Monaten ist die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Irak und in Syrien auf dem Vormarsch. Kurdische Peshmerga-Kämpfer, die sich den Jihadisten entgegenstellen, können mit ihrem veralteten Kriegsgerät nur wenig ausrichten.

Nun sollen westliche Waffen dabei helfen, den Einfluss der Islamisten einzudämmen. Während die USA die Kurden bereits ausrüsten, hat auch die EU dafür grünes Licht gegeben. Nun will Frankreich Kriegsgerät an die Kurden liefern, und auch in Deutschland ist eine entsprechende Debatte entbrannt. Selbst traditionelle Rüstungsgegner wie der linke Politiker Gregor Gysi fordern ein Eingreifen.

«Wir können uns Waffenlieferungen vorstellen»

Auch in der Schweiz werden nun entsprechende Stimmen laut. So kann sich Markus Büchel, Vorsitzender der Schweizer Bischofskonferenz, Waffenlieferung in den Irak durchaus vorstellen. «Wenn es dem Schutz der Menschen dient, können wir uns Waffenlieferungen vorstellen», sagte er gegenüber dem SRF-Nachrichtenmagazin «10 vor 10». Solche Waffenlieferungen müssten jedoch mit diplomatischen Mitteln begleitet werden und dürften nicht zu einer zusätzlichen Eskalation führen, so Büchel.

Anders sieht dies der grüne Politiker Jo Lang. Für ihn sei es «keine gute Idee, Waffen in die Region zu liefern», sagte er gegenüber «10 vor 10». Schliesslich würden im Irak bereits die Islamisten mit französischen Raketen und amerikanischem Kriegsgerät kämpfen.

(ajk)

Erstellt: 15.08.2014, 09:50 Uhr

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Soll der Westen die Kurden im Kampf gegen die IS-Kämpfer mit Waffen versorgen?




«Wenn es Gewalt eindämmen kann»: Markus Büchel, zur Frage, ob den Kurden Waffen geliefert werden sollen. («10vor10»)

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