«Wir müssen die A1 ausbauen»

Doris Leuthard will den permanenten Stau auf der Achse zwischen Ost und West eindämmen. Die Verkehrsministerin hat auch schon einen Plan.

Klare Positionen: Verkehrsministerin Doris Leuthard will eine zweite Gotthard-Röhre und die A1 erweitern. (Archiv)

Klare Positionen: Verkehrsministerin Doris Leuthard will eine zweite Gotthard-Röhre und die A1 erweitern. (Archiv) Bild: Keystone

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Auf der Autobahn A 1 werden jährlich über 20‘000 Staustunden gezählt. Die Tendenz ist steigend. Für Bundesrätin Doris Leuthard ist es deshalb nur logisch, dass «wir die A1 ausbauen müssen», wie sie in einem Gespräch mit der «Schweiz am Sonntag» erklärt.

Die Verkehrsministerin weiss auch schon, wie der Ausbau finanziert werden soll. «Wie bei der Bahn soll es künftig einen Strassenfonds geben, aus dem man Unterhalt und Engpässe sowie Beiträge des Bundes an die kantonalen Agglomerationsprogramme finanziert. Dort sind alle von uns vorgesehenen Projekte bis 2030 eingestellt», erklärt Leuthard.

Auch der Raum unter den Autobahnen soll genutzt werden. Die Bundesrätin bezeichnet im Sonntagsblatt das kürzlich bekannt gewordene Projekt Cargo Sous Terrain als «spannend». Das Projekt soll Waren unterirdisch auf einem Förderband transportieren. Bei diesem grossen Vorhaben steht allerdings die Finanzierung im Raum. Die CVP-Politikerin ist grundsätzlich angetan vom Cargo Sous Terrain: «Das ist echte Innovation.»

Eine klare Meinung zur Abstimmung

Die Bundesrätin äussert sich auch zur bevorstehenden Abstimmung über den Bau einer zweiten Gotthard-Röhre, damit der bestehende Tunnel saniert werden kann. «Entweder bauen wir einen zweiten Tunnel. Oder wir richten neue Verladeanlagen für 600‘000 Lastwagen ein und nehmen Ausweichverkehr in Kauf», stellt die Verkehrsministerin klar.

Leuthard erklärt im Gespräch mit der Leserschaft von «Schweiz am Sonntag» auch, warum keine Tunnelgebühr für Autofahrer durch das Nadelöhr zwischen Nord und Süd entrichtet werden muss. «In der Vernehmlassung zum Gotthard schlugen wir eine Tunnelgebühr vor. Sie wurde aber von Parteien, Verbänden und Kantonen hochkantig abgelehnt. Wir haben es in der vorberatenden Kommission dann nochmals eingebracht, blieben aber auch da chancenlos. Mein Chef ist letztlich das Parlament. Wenn es nicht will, ist es so.»

Die Verkehrsministerin ist der Ansicht, dass «Mobilität eigentlich zu billig ist». Bei der Strasse sei die Teuerung lang nicht mehr angepasst worden, man fahre heute viel günstiger als früher. «Nach 40 Jahren den Zuschlag auf der Mineralölsteuer anzupassen, hält der Bundesrat darum für vertretbar. Bei der Energie müssen wir die Aufschläge wirtschaftsverträglich gestalten, sonst haben energieintensive Unternehmen ein Problem.» Es gehe darum, Umwelt-, Wirtschafts- und Sozialpolitik aufeinander abzustimmen.

(fal)

Erstellt: 07.02.2016, 14:01 Uhr

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