«Wir verlangen, dass die Verantwortlichen verurteilt werden»

Der Pferdefleischskandal ist um ein Kapitel reicher: Schweizer Konsumentenschützer erstatten Anzeige gegen Unbekannt.

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Die Allianz der Schweizer Konsumentenschutz-Organisationen erstattet im Pferdefleischskandal Anzeige gegen Unbekannt - wegen unlauterem Wettbewerb. Auf diese Weise sollen die Behörden die Möglichkeit erhalten, ihre Untersuchungen auszudehnen: «Niemand will für die Täuschung verantwortlich sein. Wir wollen, dass alle Verantwortlichen endlich ausfindig gemacht und verurteilt werden», schreibt die Allianz in einem Communiqué.

Nach Ansicht der Konsumentenschützer handelt es sich um einen der weitläufigsten Lebensmittelskandale, welche die Schweiz je erlebt hat. Zahlreiche Unternehmen - auf Ebene der Produktion, des Transports oder des Verkaufs - seien bereits beschuldigt worden, doch die Verantwortlichkeiten seien noch unklar.

Ikea zieht Köttbullar aus dem Geschäft

Der Skandal trifft derweil auch die Möbelkette Ikea hart: In insgesamt 24 Ländern haben die Schweden ihre populären Köttbullar vorerst aus Shops und Schnellrestaurants der Möbelhäuser verbannt.

Vorausgegangen war ein Bericht aus Tschechien über Spuren von Pferdefleisch in den Ikea-Klopsen. In Europa nicht vom Stopp betroffen sind Norwegen, die Schweiz und Russland. Ausserhalb Europas hat Ikea seine Klösse auch in Thailand, Hongkong sowie der Dominikanischen Republik aus dem Verkehr gezogen.

Ikea-Sprecherin Ylva Magnusson sagte, ihr Unternehmen wolle bis Donnerstag genauere Testergebnisse aus einem unabhängigen Labor zu der aus Tschechien beanstandeten Lieferung veröffentlichen.

Die Schweiz ist nicht betroffen

Das schwedische Unternehmen Dafgård in Lidköping, das Ikea in den meisten europäischen Ländern mit «Köttbullar» beliefert, teilte mit, bei eigenen Tests sei bisher kein Pferdefleisch entdeckt worden. «Bei 320 in den letzten drei Wochen durchgeführten Tests hat es keine Spuren von Pferdefleisch gegeben», sagte Ulf Dafgård.

In allen Schweizer Ikea-Filialen wird ausschliesslich inländisches Rind- und Schweinefleisch verwendet - sowohl in den Restaurants als auch tiefgekühlt zum Mitnehmen, wie Ikea-Sprecherin Virgina Bertschinger am Montag der Nachrichtenagentur sda sagte. (mrs/sda)

Erstellt: 26.02.2013, 23:04 Uhr

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