Wo die grösste Schweizer Gemeinde entsteht

Die radikale Gemeindestrukturreform biegt auf die Zielgerade ein: Ab 2011 wird es im Kanton Glarus nur noch drei Gemeinden geben.

Eine klare Haltung: Die Glarner Stimmbürger lehnen 2007 den Antrag zur Aufhebung der im Jahre 2006 beschlossenen Fusion von 25 Gemeinden auf neu drei Gemeinden ab.

Eine klare Haltung: Die Glarner Stimmbürger lehnen 2007 den Antrag zur Aufhebung der im Jahre 2006 beschlossenen Fusion von 25 Gemeinden auf neu drei Gemeinden ab. Bild: Keystone

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Aus 25 Gemeinden werden ab 2011 drei grosse Einheitsgemeinden. Der Übergang in die neue Zeitrechnung ist begleitet von einer Reihe von Veranstaltungen. Im zweiten Semester des laufenden Jahres werden die Beschlüsse der Glarner Landsgemeinde Realität. Die Behörden der 25 bisherigen Gemeinden arbeiten noch bis Ende Juni parallel mit den Amtsinhabern der drei neuen Einheitsgemeinden Glarus Nord, Glarus und Glarus Süd zusammen. Die Übergabe aller Amtsgeschäfte an die neuen Gemeindebehörden erfolgt per 1. Juli.

Die Präsidenten der drei neuen Gemeinden treten ihr Amt am Donnerstag nächster Woche auf dem Tödi an, dem höchsten Gipfel der Glarner Alpen. Der Start der neuen Gemeinden ist auf den 1. Januar 2011 datiert. Die Grossgemeinden sollen die Wettbewerbsfähigkeit des Glarnerlandes erhöhen und die Grundlage schaffen, um die Stärken des Kantons als Wohn- und Wirtschaftsstandort zur Geltung zu bringen.

Grösste Schweizer Gemeinde

Mit 430 Quadratkilometern wird Glarus Süd zur flächenmässig grössten Schweizer Gemeinde der Schweiz. Sie feiert den Wechsel in die neue Ära vom 25. Juni bis 4. Juli mit der «Ouvertüre Süd», einem grossen Fest mit Referaten, Konzerten und Unterhaltung.

Nächsten Montag ist ein Gipfeltreffen der Regierungspräsidenten aus den Kantonen Glarus, Graubünden und St. Gallen auf dem Piz Sardona geplant. Die drei Kantone sind Standorte des UNESCO-Welterbes «Swiss Tectonic Arena Sardona».

Ein sportliches Ereignis ist kommenden Sonntag vorgesehen, die erste «Tour de Fridolin». Auf 164 Kilometern und 3446 Höhenmetern spulen die Teilnehmenden den ganzen Kanton per Velo ab, von Bilten bis zum Urnerboden und nach Elm.

Sitzbank für Zürcherinnen und Zürcher

Zum Abschluss der Feierlichkeiten verhilft die grösste Schweizer Gemeinde der grössten Schweizer Stadt zu einem Sitzplatz: Die Stadt Zürich erhält von Glarus Süd die höchstgelegene Ruhebank.

Die Übergabe durch die Vertretungen aus Zürich und Glarus in Anwesenheit von Bundesrätin Micheline Calmy-Rey findet am Sonntag, 4. Juli, auf dem «Vrenelisgärtli» statt, einem der drei Gipfel des Glärnisch-Massivs.

Die Übergabe der Bank aus Verrucano-Gestein können Besucherinnen und Besucher des «ZüriFäscht» auf der Quaibrücke durch Fernrohre beobachten - vorausgesetzt, es herrscht gute Fernsicht. (jak/sda)

Erstellt: 23.06.2010, 10:34 Uhr

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