Wohnzone im Wallis von Quecksilber vergiftet

Vor über vierzig Jahren hatten 3,1 Tonnen Quecksilber einen Abflusskanal nahe der Walliser Gemeinde Visp verschmutzt. Noch heute müssen die Einwohner mit den Folgen leben.

Kinderspielplätze dürfen nicht mehr genutzt werden: Gemeinde Visp von oben aufgenommen. (29. Mai 2013)

Kinderspielplätze dürfen nicht mehr genutzt werden: Gemeinde Visp von oben aufgenommen. (29. Mai 2013) Bild: Keystone

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Nach dem Bekanntwerden einer Quecksilberverschmutzung in einer Wohnzone bei Visp VS stellt sich die Frage, wer die Sanierungsarbeiten auf den belasteten Parzellen bezahlen soll. Die betroffenen Gemeinden hoffen auf einen runden Tisch mit dem Kanton und dem Chemieunternehmen Lonza.

«Wir hoffen auf einen runden Tisch, an dem die vier betroffenen Gemeinden, der Kanton, die Lonza und Vertreter der Grundstücksbesitzer teilnehmen», sagte Reinhard Imboden, Gemeindepräsident von Raron.

Zahlreiche Fragen zu den finanziellen Folgen seien offen. «Wer muss die verseuchten Parzellen sanieren? Wer muss bezahlen?» Zu diesen Fragen gebe es noch keine Antwort, sagte Cédric Arnold, Dienstchef der Walliser Dienststelle für Umweltschutz.

Der Kanton strebe eine einvernehmliche Lösung an und suche ebenfalls den Dialog. Arnold ist der Ansicht, dass die Kosten durch die Verantwortlichen der Verschmutzung übernommen werden müssen.

Lonza bereit für Gespräche

Die Lonza habe zwischen 1930 und 1976 Quecksilber in den Ableitungskanal gelassen, der von der Fabrik am betroffenen Siedlungsgebiet vorbei in die Rhone führe, sagte Raoul Bayard, Leiter des Lonza-Standorts Visp.

Das habe jedoch den Bestimmungen dieser Zeit entsprochen, betonte Bayard. Damals seien die Sedimente des Kanals auch für die Landwirtschaft genutzt und auf den benachbarten Böden verstreut worden.

Auch die Lonza wolle die Frage der Verantwortlichkeiten möglichst schnell klären, hielt der Leiter des Standorts Visp fest. Das Unternehmen bezahlte bereits die Bodenanalysen. Es zeigt sich bereit für einen Dialog mit dem Kanton und den betroffenen Gemeinden.

Bis zu 3,1 Tonnen Quecksilber

Das Walliser Umweltdepartement hatte die Bevölkerung am Dienstagabend über das Ausmass der Umweltvergiftung informiert. Während 46 Jahre sollen bis zu 3,1 Tonnen Queckilber in den Kanal gelangt sein.

Die erhöhten Werte wurden 2010 und 2011 bei Vorbereitsungsarbeiten für eine Autobahnbaustelle bemerkt. Der Kanton ordnete darauf weitere Analysen an. Diese zeigten, dass im Siedlungsgebiet Turtig in 10 von 36 analysierten Parzellen mehr als fünf Milligramm pro Kilogramm Quecksilber gefunden wurde.

Auf diesen Parzellen dürfen die privaten Gärten sowie Kinderspielplätze nicht mehr genutzt werden, bis die Böden saniert sind. Bis Ende März sollen sämtliche Parzellen untersucht werden. (ajk/sda)

Erstellt: 07.01.2014, 19:32 Uhr

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