Zürich hat nur halb so viele Nothilfebezüger wie erwartet

Der Sozialhilfestopp im Asylwesen funktioniert entgegen allen Befürchtungen gut. Der Kanton Zürich hat nicht mit einem so schnellen Rückgang der Nothilfebezüge gerechnet.

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Noch letzten Herbst ging das Sozialamt des Kantons Zürich von rund 1400 abgewiesenen Asylbewerbern aus, die ab Januar 2008 Nothilfe beantragen würden.

Doch die tatsächliche Zahl ist von Anfang an klar unter den Schätzungen geblieben und sogar kontinuierlich gesunken. Ende Juli bezogen noch 613 abgewiesene Asylbewerber im Kanton Zürich Nothilfe. Halb so viele wie ursprünglich erwartet. «Die Entwicklung ist für uns überraschend und erfreulich; es sieht gut aus», sagt Ruedi Hofstetter, Leiter des kantonalen Sozialamts. Man habe nicht mit einem so raschen Rückgang gerechnet. Zusammen mit jenen Personen, auf deren Asylgesuch der Bund gar nicht erst eingetreten ist (NEE-Fälle), beläuft sich die Zahl der Zürcher Nothilfebezüger auf 900.

Menschen mit psychischen oder physischen Schwierigkeiten würden vom Sozialhilfestopp ausgenommen und könnten in den Gemeinden bleiben, sagt Hofstetter. Man beurteile jeden Fall einzeln.

«Es läuft nichts wirklich schief»

Den positiven Befund aus Zürich bestätigt die Präsidentin der kantonalen Sozialdirektoren, Kathrin Hilber, auch für die anderen Kantone. Trotz Ängsten im Vorfeld habe sich das System etabliert. «Es sind keine grösseren Probleme aufgetreten. Es läuft nichts wirklich schief», sagt die St. Galler Regierungsrätin.

Im Abstimmungskampf um das verschärfte Asyl- und Ausländergesetz im Herbst 2006 hatten die Gegner der Verschärfungen vor einem Sozialhilfestopp gewarnt: Er führe zu grossen Problemen in den Kantonen und Städten und führe auch zu höherer Kriminalität. Davon sei nichts zu spüren, so Hilber.

Es zeigt sich allerdings, dass ein Teil jener Asylbewerber, die die Schweiz eigentlich verlassen müssten, über lange Zeit mit der Nothilfe hier weiterlebt. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 15.08.2008, 22:57 Uhr

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