Zürich im Techno-Fieber

Mit gut 800'000 Menschen verwandelte die Street Parade die Limmatstadt in einen heissen Tanzkessel. Nach dem Rave ums Zürcher Seebecken verzogen sich die Techno-Freaks in die Clubs und Partylokale.

Farbenfrohes fest: Am Zürcher Seebecken tanzen Hunderttausende (Videobilder vom Fernsehsender 3+)

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Eröffnet wurde die Street Parade mit einem «Warm-up» auf den vier Bühnen entlang der Route. Um 14.37 Uhr setzten sich die 27 Love Mobiles aus dem In- und Ausland in Bewegung, wie Street-Parade-Sprecher Stefan Epli sagte. Die Wagen hatten sowohl musikalisch als auch optisch Einiges zu bieten. Wie gewohnt setzten sich auch die vielfach jugendlichen Fans mit ihren teilweise schrillen und bunten, aber meist knappen Kostümen in Szene. Bei Temperaturen um die 23 Grad Celsius zeigten die tanzenden eingefleischten Fans keine Ermüdungserscheinungen. Auf sich aufmerksam machten auch eine Gruppe mit einer «Jesus Parade» sowie Aktivisten für ein freies Tibet. Insgesamt meldeten die Veranstalter über 800’000 Teilnehmer, etwas mehr als im Vorjahr. Bereits kurz nach dem Mittag war die 2,4 Kilometer lange Route rund um das Zürcher Seebecken dicht bevölkert.

Keine grossen Zwischenfälle

Schutz & Rettung Zürich hatte vor allem mit Bagatellunfällen wie Prellungen, Schürfungen und Schnittverletzungen zu tun. Eine Person musste mit Schnittverletzungen am Bauch ins Spital gebracht werden. Insgesamt wurden bis um 21 Uhr in den elf Sanitätsposten 385 Personen behandelt, 91 zeigten Symptome von übermässigem Alkohol- oder Drogenkonsum.

Wie die Polizei am Abend auf Anfrage sagte, kam es zu keinen Nennenswerten Zwischenfällen. Die Nagelprobe steht jedoch in der Nacht bevor. Denn mit dem Ende des Umzugs kehrt in Zürich noch keine Ruhe ein.

100 Partys

In der Stadt und Umgebung finden rund 100 Partys statt. Die SBB und der Zürcher Verkehrsverbund bringen die Gäste bis spät in der Nacht nach Hause. Die SBB haben insgesamt 110 Extrazüge für die Street Parade eingesetzt.

Das Motto der diesjährigen Tanzparade lautete «Friendship». Aufgerufen wurde zum friedlichen und verantwortungsbewussten Umgang mit Mitmenschen, der Umwelt und sich selbst. Gewalt an Partys und grundsätzlich im Freizeitbereich habe sich in den letzten Jahren zu einer hässlichen Realität entwickelt. Die Street Parade sei eine Demonstration für Liebe, Frieden, Freiheit und Toleranz, hielten die Veranstalter fest.

Nicht bewilligt hat der Stadtrat dieses Jahr zusätzliche Baraufbauten und Musikanlagen. Street-Parade-Sprecher Epli zeigte sich überzeugt, dass die Parade noch viele Jahre durchgeführt werden kann. (cpm/se/ap)

Erstellt: 10.08.2008, 00:58 Uhr

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