Zwei Kandidaten für das Präsidium der SP-Fraktion

Die St. Galler SP-Nationalrätin Barbara Gysi bewirbt sich als Fraktionspräsidentin, die Winterthurerin Chantal Galladé sagt ab. Gewählt wird am 20. November.

Zwei mögliche Kandidaten: Beat Jans und Barbara Gysi. Bilder: Pixsil/Büttner - Meienberg

Zwei mögliche Kandidaten: Beat Jans und Barbara Gysi. Bilder: Pixsil/Büttner - Meienberg

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Das Kandidatenfeld für die Nachfolge des abgewählten SP-Fraktionschefs Andy Tschümperlin nimmt langsam Formen an. Gesucht wäre eine Person, die im Nationalrat sitzt und in der Deutschschweiz beheimatet ist. Idealerweise ist es zudem eine Frau, denn der Parteichef ist ein Mann und Romand.

Mehrere mögliche Anwärter wurden in den letzten Tagen genannt, unter anderem Barbara Gysi aus St. Gallen und Chantal Galladé aus Winterthur. Beide wären seiner Ansicht nach geeignet, sagte Daniel Jositsch, der den Kanton Zürich künftig im Ständerat vertreten wird, in einem Interview mit der «SonntagsZeitung». Gysi ist tatsächlich interessiert, wie eine Nachfrage des TA ergibt. Sie habe ihre Kandidatur bei der Parteileitung deponiert, sagt sie. Nicht kandidieren wird voraussichtlich Chantal Galladé, die demnächst zum zweiten Mal Mutter wird. Ein verstärktes politisches Engagement komme zurzeit aus privaten Gründen ungelegen.

Nordmann: «No comment»

Auch Prisca Birrer-Heimo sagt ab. Die Luzerner Nationalrätin will laut eigenen Angaben Interessenskonflikte vermeiden, die sich in Kombination mit ihrem Amt als Präsidentin der Stiftung für Konsumentenschutz ergeben könnten. Sie wolle dieses Engagement weiterführen, und es erlaube keine allzu exponierten weiteren Mandate, sagt Birrer-Heimo.

«No Comment» lautet die Antwort des Waadtländer Nationalrats Roger Nordmann auf die Frage, ob er kandidiere. Ihm wurden Interesse und Eignung nachgesagt, jedoch kommt er wie Parteipräsident Christian Levrat aus der Westschweiz. Levrat selber hat Nordmann deshalb in einem Interview mit dem TA aus dem Rennen genommen: «Innerhalb der SP haben wir einen Konsens, dass zwei Romands in beiden Führungsfunktionen nicht sinnvoll wären.» Als Welscher habe man in der Deutschschweiz gewisse Nachteile, sagte Levrat; wenn sich Partei- und Fraktionspräsident dieses «Handicap» teilten, mache das die Sache nicht besser.

Frei von diesem Handicap wäre der Basler Energiefachmann Beat Jans, der von der Bevölkerung seines Kantons mit einem Spitzenergebnis als Nationalrat bestätigt worden ist. Jans hat seine Kandidatur schon letzte Woche bekannt gemacht. Als Fraktionspräsident müsse man integrierend wirken, sagte er der «Nordwestschweiz», eine Eigenschaft, die er als Präsident der SP Basel unter Beweis gestellt habe.

Damit haben sich bis jetzt eine Kan­didatin und ein Kandidat bei der Geschäftsleitung der SP Schweiz gemeldet. Parteisprecher Michael Sorg geht davon aus, dass es bis Ende Woche, wenn die Bewerbungsfrist abläuft, noch mehr sein werden. Gewählt wird das neue Fraktionsoberhaupt an der am 20. November beginnenden Fraktionssitzung.

Neue Vizepräsidentin gesucht

Daneben hat die SP noch eine weitere Vakanz zu besetzen: Sie sucht ein neues Mitglied im Vizepräsidium der SP, weil Jacqueline Fehr als Zürcher Regierungsrätin aus dem Gremium ausscheidet. Bis zum 20. November könnten sich Interessierte bei der Parteileitung bewerben, teilte die SP gestern mit. Gewählt wird die neue Vizepräsidentin oder der Vizepräsident an der Delegiertenversammlung vom 5. Dezember in St. Gallen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 28.10.2015, 10:25 Uhr

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