Zwei Tote bei Häufung von Listeriose-Fällen

In wenigen Monaten sind 12 Personen am gleichen Typ von Listeriose erkrankt. Dabei starben zwei Menschen.

Aufgepasst: Das BAG empfiehlt Menschen mit geschwächtem Immunsystem auf die Kost von rohem Fisch zu verzichten. (6. Septemnber 2018)

Aufgepasst: Das BAG empfiehlt Menschen mit geschwächtem Immunsystem auf die Kost von rohem Fisch zu verzichten. (6. Septemnber 2018) Bild: Alexandra Wey/Keystone

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Seit Juni 2018 verzeichnet das Bundesamt für Gesundheit (BAG) eine ungewöhnliche Häufung von Listeriose-Fällen des Serotyps 4b, wie die Gesundheitsbehörde in ihrem «Bulletin» vom Montag bekannt gab. Bisher hätten zwölf solcher Fälle identifiziert werden können. Zwei Menschen seien gestorben, bestätigte Daniel Koch, Leiter der Abteilung übertragbare Krankheiten im BAG am Montagabend einen Bericht von SRF.

Betroffen waren Menschen in den sechs Kantonen Aargau, Neuenburg, Schwyz, Tessin, Wallis und Zürich. In einem Fall sei es zu einer Mutter-Kind-Übertragung gekommen. Die Fälle können mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine gemeinsame Lebensmittelquelle zurückgeführt werden. Nach ihr wird nun gesucht.

«Zwölf Fälle vom gleichen Typ in kurzer Zeit – das ist aussergewöhnlich»

«Das ungewöhnliche an diesem Ausbruch ist, dass alle Fälle vom gleichen Subtyp sind», sagte Daniel Koch zu SRF. «Es sind zwölf Fälle, das ist nicht so viel. Aber zwölf Fälle vom gleichen Typ in relativ kurzer Zeit – das ist aussergewöhnlich. Das hat uns veranlasst, eine nähere Untersuchung einzuleiten.»

Das BAG hat nun in Absprache mit den Kantonen eine schweizweite Ausbruchsuntersuchung eingeleitet. Ziel ist es, die Infektionsquelle möglichst zu identifizieren und zu sanieren. Zudem hat das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) die kantonalen Laboratorien in Bezug auf möglicherweise kontaminierte Lebensmittel informiert und sensibilisiert.

Wenn es in nächster Zeit noch weitere Fälle gebe, so bestehe aufgrund der damit möglichen Befragungen von Infizierten die Chance, die Quelle zu finden. «Andernfalls wird es schwierig», sagte Koch auf Anfrage weiter. Vielleicht handle es sich auch nur um eine vorübergehende Epidemie.

Auf Rohkost verzichten

Für Konsumentinnen und Konsumenten ist es gemäss BAG wichtig, eine gute Küchenhygiene zu pflegen und bei verderblichen Lebensmitteln auf das Haltbarkeitsdatum und die Lagertemperatur zu achten. Menschen mit einer schweren Krankheit beziehungsweise mit einem geschwächten Immunsystem sowie schwangere Frauen und Ältere sollten zudem Rohkost, rohes und halbgares Fleisch, rohen Fisch und Meerestiere, Weichkäse und Käse aus nicht pasteurisierter Milch meiden.

Listeriose ist eine seltene Infektionskrankheit, die durch ein Bakterium verursacht wird, das in der Umwelt überall vorkommt. Eine Übertragung erfolgt insbesondere durch den Verzehr kontaminierter Lebensmittel.

Tierische und pflanzliche Quelle möglich

Als Infektionsquellen kommen tierische Lebensmittel wie Fleisch, Wurstwaren, Fisch, Rohmilch und Milchprodukte, aber auch pflanzliche Lebensmittel wie vorgeschnittene Salate oder Früchte in Frage.

Die Inkubationszeit kann mit drei bis 70 Tagen sehr variabel sein. Während bei gesunden Menschen die Infektion meist asymptomatisch oder milde verläuft, ist bei immungeschwächten oder älteren Menschen ein schwerer Verlauf möglich. Bei schwangeren Frauen kann es auch Fehl-, Früh- oder Totgeburten geben. In den letzten Jahren ist es auch in der Schweiz immer wieder zu Rückrufen von mit Listerien verseuchten Lebensmitteln gekommen. Für Aufsehen sorgten in der Vergangenheit vor allem grössere Ausbrüche, die auf den Genuss von Weichkäse zurückgeführt werden konnten.

So ist es 2005 im Kanton Neuenburg zu einer bedeutenden Listeriose-Epidemie gekommen, deren Ursprung in «Tomme»-Weichkäsen gefunden wurde. Damals mussten im Kanton zehn Menschen in Spitalpflege gebracht werden. Zudem starben zwei über 70-jährige Menschen und zwei Frauen erlitten eine Fehlgeburt.

(fal/sda)

Erstellt: 15.10.2018, 17:49 Uhr

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