Zwei lange Tunnel verbinden ab 2025 Schwyz und Uri

Die erste Axenstrasse wurde 1865 eröffnet. Sie war schmal und kurvig. Danach wurde sie ständig ausgebaut. Nun sollen zwei neue Tunnel Schwyz und Uri verbinden. Kosten: 740 Millionen Franken.

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Die alte Axenstrasse genügt den heutigen Anforderungen nicht mehr, besonders bezüglich der Sicherheit. Ab 2017 wird deshalb die Neue Axenstrasse gebaut, die voraussichtlich 2025 eröffnet wird. Die 740 Millionen Franken teure Strasse führt durch zwei lange Tunnel.

Im Wesentlichen wird die Neue Axenstrasse aus dem knapp 2,9 Kilometer langen Morschacher Tunnel im Norden und dem rund 4,4 Kilometer langen Sisikoner Tunnel im Süden bestehen. Die Route führt von Ingenbohl vor Brunnen SZ bis nach Gumpisch bei Sisikon UR. Die Bevölkerung wurde heute in Sisikon über dieses Grossprojekt informiert.

Tunnel werden gleichzeitig gebaut

Die beiden Tunnel sollen gleichzeitig gebaut werden. Wie die Baudirektionen Uri und das Baudepartement Schwyz gemeinsam in einer Mitteilung festhalten, soll der Sisikoner kurz vor dem Morschacher Tunnel eröffnet werden.

Zwischen den Tunneln, im Bereich Ort, liegt eine 120 Meter lange, offene Strecke. Dort verläuft die neue Strasse nahezu parallel zur alten Axenstrasse in einem Hanganschnitt. Dadurch entsteht die Möglichkeit – beispielsweise für Unterhaltsarbeiten oder bei Unfällen – jeweils einen oder beide neuen Tunnel gleichzeitig zu schliessen und die alte Strasse als Ausweichroute zu nutzen.

Gerade die offenen, sichtbaren Teile der Neuen Axenstrasse stünden im besonderen Interesse des Natur- und Landschaftsschutzes, heisst es. Deshalb werde ein ökonomisch und ökologisch nachhaltiges Projekt angestrebt. Derzeit wird eine umfassende Umweltdokumentation zum Ausführungsprojekt fertiggestellt.

Verkehrsbehinderung auf alter Strasse

Während des Baus sind vier grössere Installationsplätze nötig, um die Materialbewirtschaftung auf den Baustellen zu organisieren. Die bestehende Axenstrasse soll während der Bauphase grundsätzlich immer in Betrieb sein.

In den drei Gebieten Ort, Dorni und Gumpisch muss jedoch ab 2017 mit Verkehrsbehinderungen und temporären Lichtsignalen gerechnet werden. Die Einschränkungen sollen aber minimiert werden.

Alte Strasse für Langsamverkehr

Die Neue Axenstrasse wird bei der Inbetriebnahme in den Besitz des Bundes übergehen. Anders die alte Axenstrasse: Ihre Trägerschaft wechselt vom Bund zu den beiden Kantonen. Vorher aber wird sie noch durch den Bund saniert: Die Strasse soll für den Tourismus sowie den Langsamverkehr aufgewertet werden.

Die Gesamtkosten für die Neue Axenstrasse werden auf rund 740 Millionen Franken geschätzt. Die Sanierungskosten der alten Strasse sind darin aber nicht enthalten. Der Bund bezahlt rund 94 Prozent des Projekts, die beiden Kantone Uri und Schwyz übernehmen den Rest. Dabei muss Schwyz den grösseren Teil übernehmen, weil die Neue Axenstrasse mehrheitlich auf Schwyzer Boden liegt.

Der lange Weg zur Neuen Axenstrasse

Die erste Axenstrasse wurde 1865 eröffnet. Sie war schmal und kurvig. 1939 wurde die Route asphaltiert, danach immer wieder saniert und ausgebaut. Nun sollen zwei neue, lange Tunnel Schwyz und Uri am Axen verbinden.

Wegen Rüfen und Felsstürzen musste die Axenstrasse immer wieder gesperrt werden, 1992 gar für acht Monate. Unbefriedigend war auch stets die Tatsache, dass eine der wichtigsten Nord-Süd-Nationalstrassen mitten durch das Dorf Sisikon führt und auch von Velofahrern und Fussgängern benutzt werden muss. Zudem besteht an Brücken, Galerien und Tunneln grosser Sanierungsbedarf.

Völlig neuer Denkprozess

Ein erstes Generelles Projekt für den Ausbau am Axen lag Anfang der 1990-er-Jahre vor. Damals ging man noch davon aus, dass ein einziger Tunnel – der Fronalp-Tunnel – Ingenbohl SZ und Sisikon UR verbinden könnte.

Nach dem sich der Kanton Schwyz gegen diese Variante ausgesprochen hatte, startete ein völlig neuer Denkprozess. Das Resultat: Als Bestvariante erwies sich der «Etappierte Tunnel». Diese Variante besteht aus dem knapp 2,9 Kilometer langen Morschacher Tunnel im Norden und dem rund 4,4 Kilometer langen Sisikoner Tunnel im Süden (siehe oben). (bru/sda)

Erstellt: 25.05.2013, 12:34 Uhr

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