Zweiter Ex-Minister aus Gambia soll Asylgesuch in Genf stellen

Nicht nur Ousaman Sonko sucht Zuflucht in der Schweiz. Nun soll sich auch Gambias Ex-Gesundheitsminister Omar Sey in Genf aufhalten.

Wurde offenbar in einer Genfer Flüchtlingsunterkunft gesehen: Der gambische Ex-Gesundheitsminister Omar Sey.

Wurde offenbar in einer Genfer Flüchtlingsunterkunft gesehen: Der gambische Ex-Gesundheitsminister Omar Sey. Bild: Screenshot: Youtube

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Die Regierung des gambischen Dikators Yahya Jammeh begann 1996 und endete Mitte Januar 2017. Der abgewählte Präsident ging ins Exil, Mitglieder der Regierung taten es ihm gleich. Während die Berner Justiz sich mit dem Fall Sonko beschäftigt, wird bereits ein neuer bekannt.

Wie der «SonntagsBlick» schreibt, hält sich der gambische Gesundheitsminister Omar Sey (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Ex-Aussenminister) in Genf auf. Laut mehreren Quellen habe er dort ein Asylgesuch gestellt. Zeugen hätten den Ex-Minister in einer Genfer Flüchtlingsunterkunft gesehen, wie es im Bericht weiter heisst.

Durch WHO eingeschleust

Dem Staatssekretariat für Migration (SEM) sei ein Asylgesuch von Omay Sey nicht bekannt. Möglich sei jedoch, dass der Gambier ein Gesuch unter einem anderen Namen gestellt habe.

Sey soll gemäss Recherchen des «SonntagsBlicks» eine WHO-Konferenz, die am 18. Januar in Genf stattfand, zur Flucht genutzt haben. Er wurde im Jahr 2013 in die Regierung Jammehs aufgenommen ist am 17. Januar von seinem Amt zurückgetreten.

Im Fall Sonko wird ein Schuldiger gesucht

Gegen den Ex-Innenminister Ousaman Sonko liegt inzwischen eine Strafanzeige wegen Verbrechens gegen die Menschlichkeit vor. Während zweier Monate hatte sich die rechte Hand von Yahya Jammeh unbehelligt in einem Durchgangszentrum im bernischen Lyss-Kappelen aufgehalten.

Klar sei inzwischen dass das SEM wusste, wen Schweden am 10. November 2016 an die Schweiz vermittelt hat, schreibt die «Sonntagszeitung». Informationen seien geflossen, sagt der zuständige FDP-Regierungsrat Hans-Jürg Käser der Zeitung. «Mein Migrationsamt wurde am 14. November 2016 vom SEM über die Identität Sonkos unterrichtet, worauf das Amt auch mich in Kenntnis gesetzt hat.»

Der Fall Sonko sei an den Kanton abgeschoben worden. Käser zeigt sich verwundert darüber, dass nicht die Bundesanwaltschaft, sondern die Staatsanwaltschaft in Biel ein Strafverfahren gegen den Ex-Minister eröffnet habe. Bei der BA werde die Verantwortung wiederum der Berner Generalstaatsanwaltschaft zugeschoben. Über Details werde jedoch Stillschweigen bewahrt.

(kat)

Erstellt: 29.01.2017, 15:00 Uhr

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