Nidwaldner Parlament wird linker

Im Kanton Nidwalden sind fünf der sieben Regierungssitze im ersten Wahlgang vergeben worden. Dominierend bleiben die grossen drei bürgerlichen Parteien.

Sieger und Verlierer: Die neue Nidwaldner Regierungsrätin Karin Kayser und der gescheiterte Regierungsratskandidat Othmar Filliger. (24. März 2014)

Sieger und Verlierer: Die neue Nidwaldner Regierungsrätin Karin Kayser und der gescheiterte Regierungsratskandidat Othmar Filliger. (24. März 2014)

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Bei den Nidwaldner Regierungsratswahlen sind im ersten Wahlgang fünf der sieben Sitze vergeben worden. Einer der fünf Bisherigen muss sich einem zweiten Wahlgang stellen.

Die Regierungsmitglieder der SVP und FDP, die für eine erneute Amtszeit kandidierten, wurden problemlos im Amt bestätigt. Das beste Resultat erzielte Landwirtschaftsdirektor Ueli Amstad (SVP/9280 Stimmen). Auf ihn folgten Bildungsdirektor Res Schmid (SVP/8428), Gesundheitdirektorin Yvonne von Deschwanden (FDP/8169) und Baudirektor Hans Wicki (FDP/8075).

Justizdirektor Alois Bissig (CVP) blieb hinter seinen Amtskollegen um fast 1000 Stimmen zurück. Mit 7102 Stimmen verfehlte er nicht nur das absolute Mehr von 7485 Stimmen, sondern er landete auch nur auf dem achten Platz. Ihm könnte eine umstrittene Verschiebung eines Jagdbanngebietes Stimmen gekostet haben.

Neue auf Anhieb gewählt

Einem anderen CVP-Mitglied glückte dagegen die Überraschung. Die neu angetretene Oberdorfer Gemeindepräsidentin Karin Kayser kam auf 7859 Stimmen und wurde somit als einzige Neue schon im ersten Wahlgang in die Regierung gewählt.

Unterhalb des absoluten Mehr, aber noch auf einem der sieben Regierungssitze, landeten Alfred Bossard (FDP/7347) und Othmar Filliger (CVP/7293), die beide neu für den Regierungsrat kandidieren. Am wenigsten Stimmen machten Martin Zimmermann (SVP neu/5329) und Conrad Wagner (Grüne neu/5203).

Zwei Regierungsräte treten auf Ende der Legislatur zurück, nämlich Hugo Kayser (CVP) und Gerhard Odermatt (FDP). Bislang setzte sich der Nidwaldner Regierungsrat aus drei Mitgliedern der FDP sowie je zwei der CVP und SVP zusammen.

Spannender zweiter Wahlgang zeichnet sich ab

CVP, SVP und Grüne hatten es sich zum Ziel gemacht, der FDP den dritten Sitz abzujagen. Die FDP werde versuchen, diesen Sitz im zweiten Wahlgang zu verteidigen, sagte Parteipräsident Ruedi Waser.

Der zweite Wahlgang ist für den 18. Mai angesetzt. Mit einer stillen Wahl ist nicht zu rechnen. SVP-Parteipräsident Christoph Keller geht davon aus, dass es vier Kandidaten für die zwei restlichen Sitze geben werde.

In einer schwierigen Lage ist die CVP. Die Partei werde die Situation nun analysieren, sagte Parteivizepräsidentin Therese Rotzer. Regierungsrat Bissig relativierte seine Platzierung damit, dass der Abstand zwischen ihm und den beiden Kandidaten vor ihm nicht gross sei. Kämpferisch geben sich die Grünen. Parteipräsident Norbert Furrer sagte, die Regierung sei rechtslastig. Ihn freue aber, dass nun wieder zwei Frauen in der Regierung seien.

Grünes Engagement belohnt

Die Linke ging bei den Landratswahlen als grosse Siegerin hervor. Dies kommt nicht ganz überraschend, denn Nidwalden hatte für die diesjährigen Parlamentswahlen den Doppelten Pukelsheim eingeführt. Dieses Wahlverfahren bildet die Wählerstärken genau im Parlament ab und benachteiligt die kleinen Parteien nicht mehr.

Es waren die Grünen gewesen, die für ein neues Wahlsystem gekämpft hatten. Sie kommen im 60 Sitze umfassenden Parlament neu auf 8 Sitze. Sie gewannen somit 3 Mandate. Die SP legte um 2 Mandate auf 3 zu. Insgesamt wuchs die linke Abordnung somit von 6 auf 11 Sitze.

Dominierend bleiben die grossen drei bürgerlichen Parteien trotz Sitzverlusten. Die SVP, 2010 noch vom Proporzglück begünstigt, ist neu zwar wählerstärkste Partei, verlor aber 2 Mandate und kommt neu noch auf 17 Sitze. Gleich viele Sitze hat die CVP, die 1 Mandat verlor. Die FDP-Fraktion zählt neu noch 15 Mitglieder, 2 weniger als in der auslaufenden Legislatur. (ajk/sda)

Erstellt: 23.03.2014, 18:16 Uhr

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