Er verhindert rumänische Kriminaltouristen

Der Aargauer Michael Derrer klärt Diebe über das vermeintliche Einbrecherparadies Schweiz auf. Direkt in Rumänien.

Will die Zahl der rumänischen Kriminellen in der Schweiz reduzieren: Bezirksrichter und Geschäftsmann Michael Derrer. (Bild: //www.comunicate.mediafax.biz)

Will die Zahl der rumänischen Kriminellen in der Schweiz reduzieren: Bezirksrichter und Geschäftsmann Michael Derrer. (Bild: //www.comunicate.mediafax.biz)

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Der Rheinfelder Bezirksrichter Michael Derrer beschreitet bei der Bekämpfung der Kriminaltouristen aus Rumänien neue Wege. Mit einer Medienkampagne vor Ort will er den Kriminellen klarmachen, dass sich ein Abstecher in die Schweiz nicht lohnt.

In Rumänien sei ein Bild einer reichen Schweiz vorhanden, wo einem keine Strafe drohe und man nicht im Gefängnis lande, sagt Derrer der Tele-M1-Nachrichtensendung «AKTUELL». Dieses Bild würde von kriminellen Banden gezielt weiterverbreitet, um Nachwuchs zu rekrutieren.

Mit Zeitungsartikeln und einem TV-Auftritt will Derrer, der geschäftlich und privat eng mit Rumänien verbunden ist, deshalb vor Ort für Aufklärung sorgen. Kriminaltouristen sollen darauf aufmerksam gemacht werden, dass die Strafen in der Schweiz härter ausfallen als viele vermuten. Zudem sucht Derrer auch die Zusammenarbeit mit Organisationen der rumänischen Diaspora, in der Hoffnung, dass die Wahrheit über das vermeintliche Einbrecherparadies Schweiz sich bis zu den Rumänen im Ausland herumspreche.

Skepsis und Vorurteile

Dass man bei der Aargauer Kantonspolizei oft mit Rumänen zu tun habe, wird von Kapo-Sprecher Bernhard Graser zwar bestätigt, aber diese kämen auch aus dem benachbarten Ausland. Diese werde man vermutlich nicht erreichen, meint Graser mit skeptischen Worten.

Warnend äusserte sich Lucian Popescu vom Rumänischen Verein Baden. Er fände die Informationskampagne zwar gut, sie könne jedoch leicht zu Vorurteilen führen, indem man seine Landsleute alle in einen Topf werfe. (nag)

Erstellt: 04.08.2016, 12:58 Uhr

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