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«Alle müssen im öffentlichen Raum eine Identität haben»

Für Gottfried Locher, Präsident des Evangelischen Kirchenbundes und des Rates der Religionen, ist die Burka kein religiöses, sondern ein ideologisches Problem.

«Es geht um das Grundrecht der Identifikationsmöglichkeit»: Kirchenbund-Präsident Gottfried Locher. Foto: Fabian Unternährer
«Es geht um das Grundrecht der Identifikationsmöglichkeit»: Kirchenbund-Präsident Gottfried Locher. Foto: Fabian Unternährer

Wie halten Sie es mit dem Burkaverbot?

Ich bin dagegen, dass sich jemand in der Öffentlichkeit vermummt. Kleidervorschriften sollten wir nicht machen. Aber wir legen Grenzen fest, und zwar in beide Richtungen. Wir gehen aus sittlichem Empfinden nicht nackt auf die Strasse. Andererseits stellen wir sicher, dass jemand, der sich in der Öffentlichkeit bewegt, eine Identität besitzt. Dazu gehört, dass man sein Gesicht sieht. Für mich gilt die Kurzformel: Gesicht zeigen heisst Mensch sein. Wer das Gesicht nicht zeigt, gibt das Wesentliche seiner Identifikationsfähigkeit preis. Darum fände ich ein allgemeines Vermummungsverbot besser als ein spezifisches Burkaverbot. Fasnacht selbstredend ausgenommen.

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