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Als die Bauernsöhne durch jugoslawische Papiermacher ersetzt wurden

Perlen ist eine Papierfabrik mit angehängtem Dorf. Hier gehört jeder zehnte Telefonanschluss jemandem mit einem jugoslawischen Namen – Schweizer Rekord.

Die Papierfabrik gab dem Dorf Perlen Gestalt und zog Arbeiter von weit her an. Foto: Pius Amrein («Neue Luzerner Zeitung»)
Die Papierfabrik gab dem Dorf Perlen Gestalt und zog Arbeiter von weit her an. Foto: Pius Amrein («Neue Luzerner Zeitung»)

Am Dreikönigstag war es wieder so weit. Ein paar Einheimische rümpften die Nase über die vielen ortsfremden Autos in ihrem Dorf. Abgestellt wurden sie von etwa 1000 Serben und Serbinnen, die alle Jahre wieder aus der ganzen Zentralschweiz in den Luzerner Vorort Buchrain-Perlen kommen, um das Weihnachtsfest zu feiern. Allerdings 13 Tage später als im westlichen Christentum, weil sich die Serbisch-Orthodoxen nach dem julianischen Kalender richten. Drinnen in der bis auf den letzten Sitzplatz besetzten Kirche hängen Ikonen, duftende Schwaden von Rauchkerzen und Weihrauch umwehen die Feiernden. Einige Frauen haben ihren Kopf mit einem Tuch bedeckt, wie es bei den ­Orthodoxen Sitte ist. Man wähnt sich­ ­irgendwo in Südosteuropa.

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