«Als ich am WEF war, wurde mein Departement attackiert»

Laut Verteidigungsminister Guy Parmelin wurde auch die Bundesverwaltung von Hackern angegriffen. Nun ergreift der Bundesrat Massnahmen.

Der Waadtländer SVP-Politiker Guy Parmelin wurde im Dezember zum Bundesrat gewählt. Er leitet das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS). Im Hintergrund Armeechef André Blattmann. Foto: Gian Ehrenzeller (Keystone)

Der Waadtländer SVP-Politiker Guy Parmelin wurde im Dezember zum Bundesrat gewählt. Er leitet das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS). Im Hintergrund Armeechef André Blattmann. Foto: Gian Ehrenzeller (Keystone)

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Die Cyberspionage ist einer der Schwerpunkte im Lagebericht 2016, den der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) am Montag ­präsentierte. Wie häufig kommen solche ­Hackerangriffe in der Schweiz vor?
Solche Angriffe sind sehr häufig, denken Sie nur an die Attacken kürzlich auf 20minuten.ch. Es gibt auch immer wieder Fälle von Industriespionage. Viele KMU in der Schweiz, aber auch grössere Unternehmen sind sich der Gefahr zu wenig bewusst.

Wie stark ist der Bund direkt ­betroffen?
Auch hier gibt es Vorfälle. Während ich am Weltwirtschaftforum WEF in Davos war, wurde mein Departement attackiert. Wir konnten dagegen vorgehen und weiterhin funktionieren. Auch für Staaten ist es interessant, wirtschaftliche Informationen zu stehlen. Welche Konsequenzen Cyberangriffe haben können, hat der Angriff aus Russland auf Estland vor einigen Jahren gezeigt. Dort gab es einen längeren Stillstand. Wir müssen uns beim Bund ebenso vorbereiten, wie es die Wirtschaft tun muss.

Gemäss Tagesanzeiger.ch/Newsnet-Informationen hängen die Attacken gegen das VBS mit einem grösseren Cyberangriff auf den Rüstungskonzern Ruag ­zusammen, hinter dem Russland vermutet wird. Ist der Bundesrat in dieser Sache aktiv geworden?
Der Bundesrat wurde informiert. Er hat mehrere Massnahmen vorgeschlagen, die nun realisiert werden. Die Bundesanwaltschaft hat ein Verfahren eröffnet.

Wie sahen diese Angriffe aus?
Die Angriffe dienten der Industriespionage. Weil die Ruag für die Armee und den Bund arbeitet und zu 100 Prozent dem Bund gehört, ist es für uns sehr wichtig, Risiken zu minimieren.

Erstellt: 04.05.2016, 08:27 Uhr

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