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«Als ob eine alte Wunde wieder aufreisst»

Alt-Bundesrat Pascal Couchepin und Publizist François Cherix über die Stimmung in der Romandie nach dem Ja zur SVP-Initiative und den Vergleich mit der Situation nach dem EWR-Nein.

Die Grafik zeigt es unmissverständlich: Mit Genf, Jura, Neuenburg, Wallis, Freiburg und der Waadt erteilt die gesamte Westschweiz der Einwanderungsinitiative eine Absage. Geschlossen hat sich die Romandie also gegen die SVP-Initiative gestemmt und trotzdem verloren. «Eine Fraktur klafft zwischen der Deutsch- und der Westschweiz», schrieb der «Quotidien Jurassien» heute. Die Diskrepanz zwischen West und Ost weckt Erinnerungen an das EWR-Nein, das zu massiven Verstimmungen zwischen der Deutschschweiz und der Romandie geführt hatte. Sogar eine Abspaltung der EU-freundlichen Westschweizer stand damals im Raum.

Ist die Stimmung in der Romandie heute denn vergleichbar mit den Tagen nach dem 6. Dezember 1992? «Jein», sagt Alt-Bundesrat Pascal Couchepin. «Die Romandie ist enttäuscht», sagt er. Die Abstimmung habe den kulturellen Graben zwischen der Deutsch- und der Westschweiz wieder einmal verdeutlicht. Doch die Westschweizer hegten dieses Mal weder Groll noch Abspaltungsgelüste gegenüber den Deutschschweizern: «Man nimmt hier das Resultat einfach zur Kenntnis», sagt Pascal Couchepin. «Dass ein grosser Teil der Deutschschweiz anders denkt als wir, das ist eine Realität, mit der wir Romands einfach leben müssen.»

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