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«Also, ich wäre für ‹Strassenseitewechselzone›»

Zebra- statt Fussgängerstreifen, so will es die Berner Regierung. Die neue Sprachregelung der Bundesstadt hat für nationale Schlagzeilen und über 200 Leserkommentare auf Redaktion Tamedia gesorgt.

«Fussgängerstreifen» heissen ab sofort und politisch korrekt «Zebrastreifen».
«Fussgängerstreifen» heissen ab sofort und politisch korrekt «Zebrastreifen».
Keystone

Gestern hat die Berner Stadtregierung ihren neuen Sprachleitfaden vorgestellt und damit einen riesigen Wirbel ausgelöst. Der Leitfaden fordert etwa, dass man in Zukunft statt «Mannschaft» «Team» sagt, statt «kundengerecht» «entspricht den Wünschen der Kundschaft» und statt «Fussgängerstreifen» «Zebrastreifen».

Fast alle Kommentare auf Redaktion Tamedia schlagen in dieselbe Kerbe: Hat denn die Stadtverwaltung keine grösseren Probleme? «Ein Land und Volk, das während einer oder mehrerer Krisen solche Probleme pflegt, kann nicht wohlgerüstet in die Zukunft marschieren!», heisst es in einem. Das sei übertriebene Selbstverwirklichung und Populismus. Für die Bevölkerung brächten solche Scheinprojekte gar nichts, in einem anderen. Und in einem dritten: «Der Amtsschimmel in Bern dreht völlig durch». Oder müsste es Amtsstute heissen? Eine Leserin fragt: «Was bitte hat das mit Gleichberechtigung zu tun? Muss sich frau wirklich über solche Kinkerlitzchen definieren?»

«Will nicht nur ‹mitgemeint› sein.»

Doch es gibt auch ein paar wenige – Frauen –, die sich mit dem Leitfaden anfreunden können. Die Anpassung der Sprache sei ein Mittel zur Erreichung der Gleichstellung, findet eine Schreiberin. Denn die deutsche Sprache sei eine männlich dominierte Sprache. «Wer das nicht weiss, hat leider eine Bildungslücke. Emanzipierte Frauen schlecht zu reden ist wohl wieder in Mode. Tolle Sache, dieser Rückschritt.»

Eine andere Frau meint: «Gut, dass sich endlich jemand mit der Entmännlichung der deutschen Sprache befasst! Stört mich seit Jahrzehnten. Ich will nämlich nicht nur ‹mitgemeint› sein.»

«Tierschützer wehrt euch gegen den Zebrastreifen!»

Viele Kommentare nehmen sich des Hauptsteins des Anstosses an: des Zebras. «Wieso ist Fussgängerstreifen frauenfeindlicher als Zebrastreifen? Wir sind doch keine Tiere, sondern Menschen, welche über die Strasse laufen!», so ein Leser. Und ein anderer: «Also, ich wäre für ‹Strassenseitewechselzone›. Denn es könnte ja sein, dass plötzlich das Zebra diskriminiert wird. Darin wird er von einer Leserin unterstützt: «Tierschützer, wehrt euch gegen den Zebrastreifen!»

Andere Schreiberlinge führen die Absurdität weiter. «Was ist dabei mit dem männlichen Artikel ‹der›? Könnten nicht auch gleich noch die Artikel der deutschen Sprache auf ‹das› vereinfacht werden? ‹Das› Zebrastreifen, tönt doch gut, oder nicht?» Wieder andere versuchen sich in Neukreationen wie Taschenrechnerinnen, Lautsprecherinnen oder Salzstreuerin. Was auch nicht gehe: Herrlichkeit, Buhmann oder Mannequin.

Welche männlichen Worte sollten Ihrer Meinung nach noch verändert werden? Vorschläge bitte unten einfügen.

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