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Alternative und Grünliberale legen im Zuger Kantonsrat zu

In Zug sind alle Regierungsräte im Amt bestätigt worden, keiner der neuen Kandidaten schaffte es, einen Sitz zu erobern. Bei den Kantonratswahlen gab es mehr Bewegung.

Alles beim alten in Zug: Blick in ein Wahllokal. (5. Oktober 2014)
Alles beim alten in Zug: Blick in ein Wahllokal. (5. Oktober 2014)
Keystone

Keiner der neu Kandidierenden hat es geschafft, ein bisheriges Mitglied aus dem Amt zu drängen. Die Zuger Regierung bleibt damit klar bürgerlich - und die SP ist weitere vier Jahre nicht vertreten.

Das neue Wahlsystem hätte für Überraschungen sorgen können: Nach 120 Jahren wurden die Regierungsmitglieder erstmals nicht mehr nach dem Proporz-, sondern wieder nach dem Majorzverfahren gewählt.

Doch die Überraschung blieb aus. Die sieben Mitglieder wurden alle in ihrem Amt bestätigt. Das beste Ergebnis erreichte Finanzdirektor Peter Hegglin (CVP) vor Volkswirtschaftsdirektor Matthias Michel (FDP), Landammann und Sicherheitsdirektor Beat Villiger (CVP) und Gesundheitsvorsteher Urs Hürlimann (FDP).

Dahinter folgen SVP-Baudirektor Heinz Tännler, SVP-Bildungsdirektor Stephan Schleiss und auf dem letzten Platz die einzige Linke und gleichzeitig die einzige Frau im Gremium, Innendirektorin Manuela Weichelt-Picard von den Alternativen - die Grünen.

Einzige Frau beinahe abgewählt

Sie war die einzige, die zittern musste. CVP-Kandidat Martin Pfister war ihr mit nur 205 Stimmen Abstand auf den Fersen und übertraf sogar deutlich das absolute Mehr. Er schied aber als überzählig aus.

Hätte es Pfister geschafft, wäre Zug in den kommenden vier Jahren ausschliesslich von bürgerlichen Männern regiert worden. Pfister selber zeigte sich von seinem Erfolg überrascht. «Das habe ich nicht erwartet», sagte er auf Anfrage der sda.

Seine Kandidatur war eigentlich nur als «Schaulaufen» für künftige Wahlen gedacht. Dass der Präsident der Zuger CVP nun fast die einzige Frau verdrängte, ist bei ihm aber kein Thema. «Es geht nicht ums Geschlecht, sondern vor allem um die Politik.»

Weichelt-Picard sieht den Grund für ihr schlechtes Abschneiden vor allem beim neuen Wahlsystem. Mit dem Majorz brauche es für einen linken Sitz auch aus dem bürgerlichen Lager viele Stimmen. Als grüne Frau sei das in einem bürgerlichen Kanton wie Zug aber schwierig.

Mitverantwortlich seien wohl aber auch die 10 Prozent ungültiger Wahlzettel. Man müsse das jetzt analysieren. Offenbar habe es bei den Wählerinnen und Wählern einige Verwirrung gegeben. «Aber gewählt ist gewählt, das ist die Hauptsache», sagte sie erleichtert.

Angriff der SP erfolglos

Enttäuschend verlief der Tag für die SP, die mit der Kandidatur von Christina Bürgi Dellsperger erfolglos versuchte, ihren Sitz in der Regierung zurückzuerobern. Diesen hatte die SP vor acht Jahren an die Alternativen verloren. Die Diplomatin Bürgi Dellsperger erreichte aber nur den 9. Platz.

Keinen Erfolg hatte auch die Piratenpartei, die zum ersten Mal in Zug an den Start ging. Der Informatikingenieur Stefan Thöni hatte aber von Beginn weg eine Aussenseiterrolle und kam auf den letzten Platz. Die Stimmbeteiligung betrug 42,57 Prozent.

Sitze für Grüne und Alternative

Die Alternativen - Die Grünen (ALG) und die Grünliberalen (GLP) sind die Sieger der Zuger Kantonsratswahlen. Sie haben je zwei Mandate zugelegt. Von den drei grossen bürgerlichen Parteien hat nur die SVP ihren Besitzstand wahren können, CVP und FDP haben verloren. Auch die SP steht auf der Verliererseite.

Profitiert haben ALG und GLP vom neuen Pukelsheim-Verfahren, weil neu die Sitzzuteilung aufgrund aller abgegebenen Stimmen im ganzen Kanton erfolgte. Auch die Stimmen der kleineren Parteien in den kleinen Gemeinden werden für die Verteilung der 80 Kantonsratsmandate berücksichtigt.

Die GLP war vor vier Jahren erstmals mit zwei Mitgliedern ins Kantonsparlament gewählt worden, nun konnte sie die Sitzzahl auf 4 verdoppeln und verpassen die Fraktionsstärke um einen Sitz.

Die Alternativen büssten bei den letzten Wahlen vier Sitze ein und waren die grossen Verlierer. Während der laufenden Amtsperiode verloren sie durch den Wechsel eines ihrer Kantonsräte zur SP einen weiteren Sitz. Mit ihren nun 10 Mandaten gewannen sie also eigentlich drei und nicht nur zwei Sitze. Sie legten in Unterägeri, Hünenberg und Cham zu.

Die SP hat neu 7 Sitze, einen weniger als vor 4 Jahren und zwei weniger als gemäss bisherigem Stand. Verloren haben sie den zweiten Sitz von Cham und dazu den den Parteiübertritt gewonnen Sitz in der Stadt Zug.

CVP bleibt stärkste Partei

Die CVP bleibt trotz einem Sitzverlust stärkste Partei mit neu 22 Mandaten. Sie verlor in Unterägeri und Walchwil, gewann aber in Risch. Die SVP konnte ihren Besitzstand wahren und ist neu die Nummer zwei mit ihren 19 Vertreterinnen und Vertretern.

Knapp dahinter folgt die FDP mit 18 Sitzen. Sie büsste zwei Mandate ein, je eines in Unterägeri und in Steinhausen. Die erstmals angetretene Piratenpartei scheiterte, sie hat die 5-Prozent-Hürde nicht erreicht.

SDA/ajk

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