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«Andy, spiel jetzt nicht die Mimose»

Nach der Asyl-Abstimmung in Oberwil-Lieli greift die Aargauer Regierungsrätin Susanne Hochuli Gemeindeamman Andreas Glarner frontal an.

Oberwil-Lieli nimmt keine Asylsuchenden auf, sondern bezahlt dafür eine Ersatzabgabe. Das hat die Aargauer Gemeinde am Sonntag beschlossen. Dahinter steckt Gemeindeamman und SVP-Nationalrat Andreas Glarner. Was die Aargauer Regierungsrätin Susanne Hochuli davon hält, teilte sie unmittelbar nach der Abstimmung auf Twitter mit:

Hochuli leitet das kantonale Asylwesen und ist für die Unterbringung von Asylsuchenden zuständig – teilweise gegen erbitterten Widerstand der Gemeinden. In der Sendung «TalkTäglich» des Senders Tele M1 griff sie Glarner am Dienstagabend frontal an. Es sei zwar ein demokratischer Entscheid, der zu akzeptieren sei. Der Entscheid basiere aber auf Fehlinformationen: «Andy Glarner hat Unwahrheiten in die Welt gesetzt, weil er es einfach nicht besser wusste», sagte die Regierungsrätin. Später in der Sendung ergänzt sie: «Ich werde einen Tweet absetzen, Andy, dass ich gerne bereit bin, dir zu helfen, in deinem schwierigen Dossier sattelfest zu werden.»

«Frau Hochuli wird nicht fürs Twittern bezahlt»

Die Reaktion Glarners – notabene seit Anfang Jahr Dossierchef Asyl der SVP Schweiz – kommt postwendend: «Frau Hochuli wird nicht fürs Twittern bezahlt.» Ausserdem sei es eine absolut unzulässige Einmischung einer Regierungsrätin in eine kommunale Abstimmung.

Hochuli betont, dass das kantonale Gesetz vorschreibt, dass Gemeinden Flüchtlinge aufnehmen müssen, sofern dies im Rahmen der Infrastruktur machbar sei. Ist dies nicht gegeben, seien Ersatzzahlungen vorzunehmen. Diese seien aber nicht dafür bestimmt, sich aus der Verantwortung freizukaufen. «Oberwil-Lieli hätte Möglichkeiten gehabt, Asylwohnungen wären ja sogar schon parat», sagt Hochuli.

Die Frage der Tonalität

Glarner wehrt sich und kritisiert die Kommunikation des Kantons. «So einen Ton hätten wir nie angeschlagen», moniert der Asyl-Hardliner. Hochuli schiesst zurück – und wechselt ins Du. «Andy, spiel jetzt nicht die Mimose. Den Ton, den du manchmal anschlägst, kommt halt manchmal einfach zurück.» Noch während sie spricht, geht Glarner zum Gegenangriff über: «Kümmere dich um die Korruptionsangelegenheiten in deinem Amt, denn dort gibt es noch viel aufzuräumen, und misch dich nicht in unsere Angelegenheiten ein.»

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