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Angriff auf Fristenregelung schadet den Frauen

Die Volksinitiative «Abtreibungsfinanzierung ist Privatsache» verstösst gegen das Solidaritätsprinzip in der Krankenversicherung. Sie würde mehr Probleme schaffen als lösen.

Ein Leitartikel von Simone Rau

Machen wir uns nichts vor: Eine Abtreibung vernichtet Leben. Und doch ist es falsch, die Volksinitiative mit dem sperrigen Titel «Abtreibungsfinanzierung ist Privatsache − Entlastung der Krankenversicherung durch Streichung der Kosten des Schwangerschaftsabbruchs aus der obligatorischen Grundversicherung» am 9. Februar 2014 anzunehmen.

Vor elfeinhalb Jahren, im Juni 2002, hat das Schweizer Volk die Fristenregelung mit 72 Prozent deutlich angenommen. Seither ist ein Schwangerschaftsabbruch straflos, wenn die Gesundheit der Frau gefährdet ist oder sie diesen in den ersten zwölf Wochen schriftlich verlangt. Sie muss mit dem Arzt oder der Ärztin ein Beratungsgespräch führen, erhält ein Verzeichnis der Stellen, die ihr moralische oder materielle Hilfe anbieten, ebenso Informationen über die Möglichkeit einer Adoption. Die Abtreibungskosten werden bereits seit 1981 von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung bezahlt.

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