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Armee-Manöver deckt Schwächen auf

Das Militär kämpfte gestern mit 300 Panzern und Fahrzeugen gegen die fiktiven Trivanier. Für einen Schützenpanzer indes war die Thur der grösste Gegner.

Bei der Überquerung der seichten Thur...
Bei der Überquerung der seichten Thur...
Reto Oeschger/TA
... passierte es. Ein Schützenpanzer blieb stecken.
... passierte es. Ein Schützenpanzer blieb stecken.
Reto Oeschger/TA
Bei der Problemlösung setzte man auch auf unkonventionelle Methoden.
Bei der Problemlösung setzte man auch auf unkonventionelle Methoden.
Reto Oeschger/TA
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Mit grobem Geschütz fuhr das verstärkte Panzergrenadier-Bataillon 29 gestern im Weinland auf: Schützenpanzer 2000, Kampfpanzer Leopard 2, Minenwerferpanzer M113 bewegten sich mit Unterstützungsfahrzeugen aus dem Zürcher Oberland in Richtung Weinland. Es war das erste grosse Übungsmanöver mit Gefechtssimulation seit der Armeereform 21, wie Brigadier Hans-Peter Kellerhals erläuterte.

Am Montag hatten sich die rund 1000 Mann in Hinwil besammelt und erfahren, dass die «Trivanier» im Norden der Schweiz den Rhein überquert hätten. Sie sollten gestoppt werden, bevor sie über die Thur setzen. Darum müssen die Schweizer 300 Fahrzeuge nördlich dieses Flusses in Stellung bringen. Nicht alle durften indes den bequemen Weg über eine Brücke nehmen. Beobachtet von einigen Dutzend Schaulustigen und Experten sollten rund 20 Schützenpanzer 2000 die Thur an einer seichten Stelle überqueren. Auf der anderen Seite hatten die Sappeure mit einem Brückenlegepanzer eine Rampe am Ufer erstellt.

Wasser im Motor legt Panzer lahm

Die ersten Metallmonster tasteten sich noch vorsichtig in die Thur vor, die an der tiefsten Stelle bis über den Führerstand reichte. Als es gut ging, wurden die Fahrer immer mutiger. Der zweitletzte donnerte so schnell in die Fluten, dass die Wogen zu hoch gingen, er im Fluss anhalten musste, Wasser in den Motor drang und diesen absterben liess. Das Unheil wurde noch grösser, als ein zweiter Schützenpanzer ihm zu Hilfe kommen wollte. Er drehte sich zu schnell auf dem Kies, eine Raupe löste sich und blockierte den Panzer. Dabei wäre er gar nicht nötig gewesen: Der so genannte Entpannungspanzer war schon unterwegs. Die Kommunikation habe nicht funktioniert, sagt Kellerhals.

Überhaupt stellte er während der Übung fest, dass die Armee gewisse Fähigkeiten verloren habe, seit sie kaum mehr auf offenem Feld, sondern nur noch auf Waffenplätzen und an Simulatoren übe. «Wir verfügen über super Mittel, doch wir müssen diese auch einsetzen können.» Entsprechend werde auch die Manöverkritik am Abend ausfallen, sagte er.

Defilee heute in Winterthur

Heute Mittwoch werden sich die Soldaten und ihre Fahrzeuge wieder aus dem «Kampfgebiet» zurückziehen. Dabei werden sie um circa 10 Uhr in Winterthur auf der Frauenfelderstrasse auf der Höhe des Technoramas in Richtung Autobahn vorbeidefilieren. Die Strasse ist für rund zwei Stunden gesperrt, sodass der neun Kilometer lange Zug ungehindert fahren kann. Gegen die Strassensperrung hat ein Anwohner eine Aufsichtsbeschwerde bei Statthalter Peter Rubin eingereicht, wie der «Landbote» berichtete. Rubin muss nun prüfen, ob die Sperrung nach Gesetz und Vorschrift erlassen wurde. Aufschiebende Wirkung hat die Beschwerde nicht, Aussicht auf Erfolg kaum.

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