Zum Hauptinhalt springen

«Asylsuchende sollen schneller arbeiten dürfen»

Der frühere Migrationsamtschef Peter Arbenz will das «Arbeitspotenzial der Asysleinwanderung» besser nutzen.

chk
«Unter den Asyleinwanderern gibt es Ingenieure oder Wissenschaftler»: Der frühere Migrationsamtschef Peter Arbenz.(Archivbild)
«Unter den Asyleinwanderern gibt es Ingenieure oder Wissenschaftler»: Der frühere Migrationsamtschef Peter Arbenz.(Archivbild)
Keystone

Asylsuchende, die länger in der Schweiz bleiben, sollten nach Ansicht des Asylexperten und früheren Migrationsamtschefs Peter Arbenz arbeiten dürfen. Das Land sollte das «Potenzial der Asyleinwanderung» besser ausschöpfen als heute, fordert er.

«Jene, die integrationsfähig, gemäss Asylgesetz schutzwürdig sind und erst noch qualifizierte Berufseigenschaften besitzen, müssten rasch integriert und auf dem Arbeitsmarkt zugelassen werden», sagte Arbenz in einem Interview, das am Montag im «Blick» erschien.

«Besser als Kurzaufenthalter»

Der erste Direktor des heutigen Bundesamtes für Migration (BFM, bis 1993) begrüsst, dass das heute geltende Arbeitsverbot gelockert werden soll. Seiner Meinung nach dürfte der Bund aber weitergehen. «Wenn jemand einige Monate in der Schweiz ist, könnte man ihm den Zugang zum Arbeitsmarkt öffnen, statt für die Landwirtschaft oder für den Tourismus Kurzaufenthalter zu rekrutieren», sagte er.

Überlegungen in diese Richtung laufen seit längerem. So kam es im August zu Gesprächen zwischen Vertretern des Bauernverbands und des BFM, bei denen abgeklärt wurde, ob beispielsweise vorläufig Aufgenommene auf Bauernhöfen arbeiten könnten statt für diese Jobs Leute aus Polen oder anderen Ländern zu holen.

«Schweiz ist per se attraktiv»

Auch bei den Hochqualifizierten sieht Arbenz das Arbeitskräfte-Potenzial nicht ausgeschöpft. «Unter den Asyleinwanderern gibt es Ingenieure oder Wissenschaftler, die auf ihrem Gebiet tätig sein könnten», sagte er.

Das Argument, die Schweiz würde noch attraktiver für Asylsuchende, wenn das Arbeitsverbot gelockert würde, lässt Arbenz nicht gelten: «Ich sage, die Schweiz wird nicht deswegen attraktiv, sondern ist per se attraktiv.» Das liege am Gesundheitswesen, dem Bildungs- und Sozialsystem sowie der tiefen Arbeitslosigkeit.

Im Interview spricht sich der 77-jährige Asylexperte zudem für die laufende Asylgesetzrevision aus, welche das Asylvefahren umfassend umkrempeln soll. Zwar wünschte er sich ein «auf einige wesentliche Grundsätze verschlanktes» Gesetz, doch der Entwurf des Bundesrates ziele «insgesamt in die richtige Richtung».

(SDA)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch