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«Atomkraft war günstig. Das ist sie nicht mehr»

«Schauen Sie sich mal einen Windpark an: Das ist elegant»: Bundespräsidentin Doris Leuthard.Foto: Franziska Rothenbühler

Sie konnten am Donnerstag nach Ihrem Besuch in Brüssel vermelden, dass die Gespräche mit der EU deblockiert seien. Glauben Sie, dass man sich nun einigen wird?

Ein Rahmenabkommen, das uns die automatische Übernahme von EU-Recht brächte, will vor allem die EU. Sie verknüpft dies jetzt als Bedingung mit allen anderen Dossiers. Hat sich unsere Lage damit nicht verschlechtert?

Sie streben unter anderem ein Stromabkommen an. Warum braucht es das? Und bekommen wir vielleicht eines, bevor ein Rahmenabkommen steht?

Noch mehr als in den Verhandlungen sind Sie innenpolitisch gefordert. Gibt es ein Ja zur Energiestrategie im Mai, steigen wir aus der Atomenergie aus. Sie waren AKW-Befürworterin und wechselten 2011 nach der Fukushima-Katastrophe die Meinung. Wie kam es dazu?

«Die Europäische Union hat sich bewegt, die Dossiers sind deblockiert. Nutzen wir den Schwung.»

Für Sie gab das Geld den Ausschlag?

Kurz nach Fukushima sagten Sie unserer Zeitung, es sei «leichtsinnig, den Verzicht aus der Kernenergie zu fordern». Sie warnten vor grossen Gaskraftwerken, vor Netzinstabilität – und davor, dass es nicht gelingen würde, Sonnen- und Windenergie in nützlicher Frist zu steigern.

Nur Deutschland geht bei der Energiewende noch weiter als die Schweiz. Warum sind wir nach Fukushima so vorgeprescht?

Die finanzielle Tragweite des Atomausstiegs ist gross. Auch für die Bevölkerung entstehen Kosten – doch sie kennt diese gar nicht.

Irgendwann wird aber ein zweites Massnahmenpaket folgen, dessen Kosten noch unbekannt sind.

Aber seien wir doch ehrlich: Die Energiewende gelingt nur, wenn auf das erste Paket ein weiteres folgt.

«Vom Backofen über Pneus zum Wassersparen – überall gibt es Entwicklung. Das finde ich toll.»

Sie gelten als technikbegeistert . . .

Und wenn wir die Sparziele eben doch nicht erreichen?

Vorgesehen war, im zweiten Paket auf lenkende Abgaben zu setzen. Der Nationalrat wollte darauf nicht eintreten. Sehen Sie Alternativen?

SVP-Stratege Christoph Blocher schlägt vor, alle Energieträger gleichermassen zu subventionieren, auch die Atomkraft. Was meinen Sie zu diesem Vorschlag?

Die Energiestrategie fusst auch darauf, dass wir zusätzliche Windanlagen bauen könnten. Aber überall wehrt man sich mit Einsprachen dagegen.

Sie selber könnten mit einer Windanlage vor Ihrem Wohnzimmerfenster leben?

Imposant vor allem . . .