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Auch für Kapitäne gilt die 0,5-Promille-Grenze

Auf Gewässern gilt ab Mitte Februar derselbe Alkoholgrenzwert wie auf Schweizer Strassen. Ein Grund für die neue Regelung ist der tödliche Bootsunfall auf dem Bielersee vor vier Jahren.

Bisher war in der Binnenschifffahrtsverordnung keine Promillegrenze angegeben: Ein Motorboot auf dem Bielersee.
Bisher war in der Binnenschifffahrtsverordnung keine Promillegrenze angegeben: Ein Motorboot auf dem Bielersee.
Keystone

Ab Mitte Februar gilt für Kapitäne von Sport- und Freizeitschiffen der Blutalkoholgrenzwert von 0,5 Promille. Der Bundesrat hat heute eine entsprechende Revision der Binnenschifffahrtsverordnung verabschiedet.

Wer mehr als 0,5 Promille Alkohol intus hat, darf ab dem 15. Februar auf Schweizer Gewässern kein Sport- oder Freizeitboot mehr führen. Mit dieser Änderung gilt im Schiffsverkehr künftig derselbe Alkohol-Grenzwert wie im Strassenverkehr.

Zwar ist es auch bisher nicht erlaubt, ein Schiff zu führen, wenn die Fahrfähigkeit wegen Alkohol beeinträchtigt ist. Die Binnenschifffahrtsverordnung definierte jedoch nicht, ab welchem Promillewert jemand als fahrunfähig galt. Solange kein Unfall passierte, hatten Segler und Motorbootfahrer daher in der Regel nichts zu befürchten.

Bielersee-Unfall brachte Umdenken

Dies änderte sich nach einem tödlichen Unfall auf dem Bielersee im Sommer 2010, bei dem ein Motorboot ein Gummiboot rammte und eine junge Frau tödlich verletzt wurde. Einige Kantone forderten daraufhin die Festlegung eines konkreten Alkohol-Grenzwertes durch den Bund, um wirksame Kontrollen durchführen zu können. Das Parlament räumte dem Bundesrat im März 2013 die Kompetenz ein, einen solchen Grenzwert festzulegen.

Die neuen Alkoholgrenzwerte gelten nicht nur für den verantwortlichen Schiffsführer an Bord, sondern auch für die Person, die das Sport- oder Freizeitschiff lenkt. Wird ein Schiffsführer oder -lenker zudem mit mehr als 0,8 Promille im Blut erwischt, muss er oder sie den Führerausweise abgeben - und zwar noch in der laufenden Schifffahrtssaison.

Für die Revision der Binnenschifffahrtsverordnung stützt sich der Bundesrat auf eine Anhörung, die vom Bundesamt für Verkehr (BAV) durchgeführt wurde.

Kitesurfen grundsätzlich erlaubt

Eine weitere Änderung der Binnenschifffahrtsverordnung betrifft das Segeln mit Drachensegeln (Kitesurfen). Die Sportart war bisher ausserhalb von bewilligten Bereichen auf Schweizer Seen grundsätzlich verboten. Dieses Verbot wird nun aufgehoben.

Die Drachensegler dürfen ihren Sport künftig überall betreiben, ausser wenn ein Kanton ein Kitesurf-Verbot erlässt. Solche kantonale Verbote müssen aber begründet werden. Der Bundesrat reagiert mit diesem Beschluss auf entsprechende Motionen, die ihm das Parlament Ende 2012 überwiesen hatte.

(SDA)

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