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Aufregung um Asylbewerber in Solothurn

Sie wollten nicht in einer Zivilschutzanlage leben: In Solothurn hat die Polizei ein Protestlager von Asylbewerbern geräumt. Ursprünglich hätten sie in einem Wohncontainer untergebracht werden sollen.

Fordern eine bessere Unterkunft: Asylbewerber am Solothurner Bahnhof.
Fordern eine bessere Unterkunft: Asylbewerber am Solothurner Bahnhof.
AZ
Die Asylbewerber verbrachten vier Nächte vor dem Bahnhof. Die Polizei löste das Protestlager am frühen Dienstagmorgen schliesslich auf.
Die Asylbewerber verbrachten vier Nächte vor dem Bahnhof. Die Polizei löste das Protestlager am frühen Dienstagmorgen schliesslich auf.
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Die letzten vier Nächte haben auf dem Solothurner Bahnhofplatz zehn Asylbewerber übernachtet. Sie protestierten damit gegen die Asylunterkunft in Kestenholz SO, in der sie einquartiert wurden. Heute am frühen Morgen hat die Polizei nun das Protestlager aufgelöst.

Die Zivilschutzanlage sei ein «menschenunwürdiges Loch», schrieben die Asylsuchenden auf einem Flugblatt. Es gebe kein Tageslicht in der unterirdischen Anlage, und die Luftzufuhr sei nicht genügend. Noch gestern besuchten Reporter des «Blick» das Protestlager. «Als wir nach Kestenholz gebracht wurden, traf uns fast der Schlag», zitiert das Blatt einen der Aslysuchenden, den Syrer Mahmoud Alhariri. «Es hat kein einziges Fenster! Kein Tageslicht, keine frische Luft! Wir sind sofort wieder gegangen», hiess es weiter. Gemäss dem Bericht stammen die zehn Asylbewerber aus Syrien, Afghanistan, Palästina, Kurdengebieten und Ägypten.

Sofa und Töggelikasten

Bei der Asylunterkunft in Kestenholz handelt es sich um eine unterirdische Zivilschutzanlage. Die Gemeinde hatte die Unterkunft mit einem Fernseher, Sofas, Telefon- und Internetzugang und einem Töggelikasten hergerichtet. Eigentlich hatte die Gemeinde für die Unterbringung der vom Kanton zugewiesenen Asylbewerber allerdings einen Wohncontainer aufstellen wollen. Ende Juni lehnte die Gemeindeversammlung der 1700-Seelen-Gemeinde den entsprechenden Kredit von 190'000 Franken jedoch ab. Stattdessen richtete die Gemeinde die Zivilschutzanlage für rund 20'000 Franken her. Unter anderem wurden Duschkabinen sowie ein Boiler für die Warmwasseraufbereitung eingebaut. Am vergangenen Freitag sollten ursprünglich zwölf Asylsuchende einquartiert werden, nur zwei davon blieben.

Was mit den zehn Protestierenden Asylbewerbern nun passiert, ist noch offen. Eine Sprecherin der Kantonspolizei Solothurn sagte gegenüber der Nachrichtenagentur SDA, die Asylbewerber seien um 5 Uhr «abgeholt worden». Die zehn Männer hätten keinen Widerstand geleistet. Die Räumung sei zum Schutz der Asylbewerber vollzogen worden. Auch sei die sanitäre Situation auf dem Platz nicht optimal gewesen.

Gruppe auseinandergenommen

Im Laufe des Tages verteilte das ASO die Asylbewerber auf verschiedene Unterkünfte. Das Wichtigste sei gewesen, die Gruppe auseinander zu nehmen, sagte ASO-Chefin Claudia Hänzi im Solothurner Regionalsender Radio 32.

Die Männer seien zur Mehrheit einzeln den Unterkünften zugeteilt worden, um weitere Aktionen möglichst zu vermeiden. Die Unterkünfte weisen gemäss Hänzi keinen höheren Standard auf als die unterirdische Zivilschutzanlage in Kestenholz SO.

(SDA)

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