Auns muss Gastauftritt von Frauke Petry verlegen

Der Auftritt der AfD-Chefin in Bern sorgt für Wirbel. Wegen Drohungen muss die Auns einen neuen Ort für ihre Versammlung suchen.

Polarisierender Besuch: Die Auns hat Frauke Petry, Chefin der AfD, nach Bern eingeladen.

Polarisierender Besuch: Die Auns hat Frauke Petry, Chefin der AfD, nach Bern eingeladen. Bild: Markus Schreiber/Keystone

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Die Ankündigung der Aktion für eine unabhängige Schweiz (Auns), Ende April die deutsche AfD-Chefin Frauke Petry zur Mitgliederversammlung nach Bern einzuladen, hat für heftige Kritik und Reaktionen gesorgt. Wegen «Drohungen aus linken Kreisen» will die Auns die Veranstaltung nun an einen neuen Ort verlegen.

Die Mitgliederversammlung werde nicht wie geplant im Hotel National in der Berner Innenstadt durchgeführt, teilte das Bündnis am Donnerstag mit. Grund seien eingegangene Drohungen, die Versammlung «massiv» zu stören. Die Drohungen stammten «aus dem Dunstkreis der Berner Reitschule und des Bündnis gegen Rassismus», sagte der Geschäftsführer der Auns, Werner Gartenmann, auf Anfrage.

Auns hält am Auftritt von Petry fest

Bei einem Briefing mit der Polizei habe diese von einer Mobilisierung im «linksautonomen Lager» berichtet, die auch über Bern hinausreiche. Aus diesem Grund habe die Auns beschlossen, aus Rücksicht auf das Hotel National einen neuen Standort für die Versammlung zu suchen.

Die Organisation will damit verhindern, dass Passanten, Mitglieder oder die Geschäfte in der Nachbarschaft gefährdet werden. «Das Hotel ist mitten in der Stadt, das ist uns zu brisant», sagte Gartenmann. Am Auftritt der Gastreferentin Petry, der Vorsitzenden der deutschen AfD-Partei, werde jedoch festgehalten, ebenso am Termin des 23. Aprils.

«Tickt ähnlich wie die Auns»

Die 2013 aus Widerstand gegen die Euro-Rettung gestartete Alternative für Deutschland (AfD) errang jüngst Wahlsiege bei drei deutschen Landtagswahlen. In einem Interview mit dem «Blick» vom Donnerstag hatte Auns-Präsident Lukas Reimann gesagt, Petry sei «eine spannende Persönlichkeit, die in Sachen Europapolitik ähnlich tickt wie die Auns».

In Deutschland wird die Entwicklung der AfD sorgenvoll beobachtet. Die CDU der deutschen Kanzlerin Angela Merkel etwa schliesst bisher jegliche Kooperation mit der rechtspopulistischen Partei aus. Diese nehme in Kauf, dass viele ihrer Funktionäre «ganz am rechten Rand» zu Hause seien und eine entsprechende Sprache pflegten. (ij/sda)

Erstellt: 07.04.2016, 21:37 Uhr

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