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Auslieferung von Angela M. und Hassan K. in drei Wochen

Das in Italien gefasste Ausbrecherpaar hatte «keine terroristischen Hintergedanken» und wollte laut Anwalt der Gefängniswärterin nicht nach Syrien.

Hier warten Angela M. und Hassan K. auf ihre Auslieferung an die Schweiz: Gefängnis von Bergamo.
Hier warten Angela M. und Hassan K. auf ihre Auslieferung an die Schweiz: Gefängnis von Bergamo.
PD

Angela M. (32) tobte, als sie und Hassan K. (27) vor zehn Tagen in Italien verhaftet wurden. «Jetzt ist sie offenbar ruhiger geworden», sagt der Vater (64) von Angela M. im «SonntagsBlick». «Die Trennung während der letzten Tage scheint ihr gutzutun.»

Die Familie hatte Kontakt mit dem Pflichtverteidiger der Gefängniswärterin. «Er sagt, dass es ihr den Umständen entsprechend gut geht.» Die Auslieferung soll dem Anwalt zufolge in drei Wochen erfolgen. Somit wäre das Paar zehn Wochen nach der Flucht aus dem Zürcher Gefängnis Limmattal wieder zurück in der Schweiz.

Zu «SonntagsBlick» sagt der Anwalt der Gefängniswärterin: «Ich habe festgestellt, dass sie in der Beziehung den Ton angibt.» Wie «Bonnie und Clyde» wirke das Paar nicht. «Sie sind sehr gelassen. Hassan fragt ab und zu nach Zigaretten. Sonst haben sie keine Wünsche geäussert.»

«Eine grosse Liebesgeschichte»

Knapp eine Woche sassen Angela M. und Hassan K. in Isolationshaft im Gefängnis von Bergamo in Norditalien. Jetzt wurden sie in den normalen Trakt überführt, wie ihr Anwalt Mario Campagna der «Schweiz am Sonntag» am Telefon bestätigt. Campagna ist der Einzige, der mit den Inhaftierten in Kontakt ist, seit diese an Karfreitag von der italienischen Polizei verhaftet wurden. Bei seinem gestrigen Besuch im Gefängnis habe sie auf ihn einen sehr fragilen Eindruck gemacht. «Sie vermisst Hassan», sagt er.

Wie er seine Mandantin gestern im Gefängnis angetroffen habe, bestätigte für ihn die These, dass es sich bei dem Ausbruchsfall von Angela M und Hassan K. einzig um eine grosse Liebesgeschichte handelt. Zu dem Verdacht, dass die beiden terroristische Hintergedanken hatten und nach Syrien flüchten wollten, sagt Campagna der «Schweiz am Sonntag»: «M. sagte mir, das sei eine erfundene Dummheit.

«Hassan K. ging zum Priester»

Weiter wurde in den Medien über den religiösen Hintergrund von K. spekuliert. Campagna sagt, dass K. insofern nichts mit islamischem Terror am Hut habe, als er nicht einmal Muslim sei. «Mein Mandant erzählte mir, dass er im Gefängnis in Zürich jeden Tag zum Priester ging – nicht zum Imam.»

Er, als ihr Verteidiger, sei überzeugt, dass M. und K. ihre Taten bereuen. «M. sagte mir, dass es ihr vor allem für ihre Familie leidtue, die jetzt aufgrund von ihrem Handeln die Konsequenzen zu spüren bekomme», so Campagna.

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