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Automatikfahrer ohne Prüfung an Schaltknüppel

Der Bund will Automatikprüflinge ans Steuer von geschalteten Autos lassen. Fahrlehrer schlagen Alarm.

«Getriebeart fällt kaum mehr ins Gewicht»: Ein Fahrschüler übt das Parkieren. (Archivbild)
«Getriebeart fällt kaum mehr ins Gewicht»: Ein Fahrschüler übt das Parkieren. (Archivbild)
Keystone
«Wenn jemand nur auf dem Automatikgetriebe gelernt hat und plötzlich schalten muss, sind Unfälle vorprogrammiert», sagen Fahrlehrer.
«Wenn jemand nur auf dem Automatikgetriebe gelernt hat und plötzlich schalten muss, sind Unfälle vorprogrammiert», sagen Fahrlehrer.
Keystone
Ob der Vorschlag des Astra tatsächlich umgesetzt wird, ist noch offen. Die Revision befindet sich in der Vernehmlassung.
Ob der Vorschlag des Astra tatsächlich umgesetzt wird, ist noch offen. Die Revision befindet sich in der Vernehmlassung.
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Erinnern Sie sich, als Sie in Ihren ersten Fahrstunden den Motor am Lichtsignal abgewürgt haben? Oder beim Anfahren am Berg völlig überfordert waren? Fahrlehrer befürchten, dass es künftig häufiger zu solchen brenzligen Situationen im Verkehr kommt. Grund ist eine Änderung in der Revision der Fahrausbildung.

Das Bundesamt für Strassen will demnach künftig Personen, die mit einem Automaten die Fahrprüfung absolviert haben, ans Steuer von geschalteten Autos lassen. Astra-Sprecher Thomas Rohrbach erklärt im «Blick»: «Die Unterschiede zwischen den einzelnen Automarken und Fahrzeugklassen sind heute so gross, die Bedienelemente und Assistenzsysteme derart unterschiedlich, dass die Getriebeart kaum mehr ins Gewicht fällt.»

Fahrlehrer Ivo Schmitt zeigt sich im Interview empört. «Kommt diese Regelung durch, wird der Verkehr massiv gefährlicher. Wenn jemand nur auf dem Automatikgetriebe fahren gelernt hat und plötzlich schalten muss, sind Unfälle vorprogrammiert.» Fahrlehrerin Brigitte Rufin bläst ins gleiche Horn. Sie glaubt, dass solche Fahrer schneller mit komplizierten Verkehrssituationen überfordert seien.

«Es braucht eine Prüfung»

Auch die Jungen Grünliberalen kritisieren die Änderung. Sie fordern, dass zumindest Fahrstunden für Automatikprüflinge, die auf einen Geschalteten umsteigen wollen, obligatorisch sein müssten. Schmitt kontert: «Es braucht eine Prüfung, um zu sehen, ob jemand sicher fahren kann. Punkt.»

Kurt Egli, Autoexperte beim VCS, könnte mit der neuen Regelung leben. Er glaubt, dass Personen, die mit einem Schaltgetriebe nicht klarkommen, sich gar nicht erst mit einem solchen auf die Strasse wagen würden.

Ob der Vorschlag des Astra tatsächlich umgesetzt wird, ist noch offen. Die Revision befindet sich in der Vernehmlassung.

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