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Autopanne führte zur Verhaftung der beiden Syrer

Den Terrorverdächtigen wurde ein platter Reifen ihres Renault Scénic zum Verhängnis. Derweil kritisiert der Genfer Sicherheitsdirektor Maudet den Bund massiv.

Ein platter Reifen führte die Polizei zu zwei Tatverdächtigen: Nach der Terror-Warnung in Genf kontrollieren Polizisten auf der Suche nach Verdächtigen Autos am Genfer Flughafen. (10. Dezember 2015)
Ein platter Reifen führte die Polizei zu zwei Tatverdächtigen: Nach der Terror-Warnung in Genf kontrollieren Polizisten auf der Suche nach Verdächtigen Autos am Genfer Flughafen. (10. Dezember 2015)
Salvatore Di Nolfi, Keystone

Die Bundesanwaltschaft hat gestern ein Verfahren gegen die beiden Syrer eröffnet, die am Freitag von der Genfer Polizei unter Terrorverdacht verhaftet worden sind. Im Auto der zwei mutmasslichen Jihadisten sind die Ermittler auf Sprengstoffspuren gestossen. Nach einer Warnung aus Amerika hatten die Genfer Behörden fieberhaft nach vier jungen Männern gesucht. Recherchen der «SonntagsZeitung» zeigen, dass den zwei Verhafteten ein platter Reifen ihres Renault Scénic zum Verhängnis wurde: Sie wollten bei einem Garagisten einen neuen Pneu bestellen.

In der Rhonestadt herrscht weiterhin erhöhte Alarmstufe – gemäss Sicherheitsdirektor Pierre Maudet (FDP) bleibt die Lage bis Weihnachten «angespannt». Bis dahin könne Genf die Alarmbereitschaft aufrechterhalten, danach benötige die Polizei Verstärkung aus anderen Regionen. Diese wurde Genf bereits zugesichert, schreibt die «Schweiz am Sonntag»

Maudet weist die Kritik aus Bundesbern, Genf hätte unnötigerweise die Öffentlichkeit über die Fahndung informiert, als «Blödsinn» zurück. Das Bundesamt für Polizei habe das Bild der vier mutmasslichen Jihadisten allen Kantonen weitergeleitet, in Genf hätten es 2000 Polizisten gekriegt. «Man muss sich entscheiden: Entweder man sucht diese Leute und gibt das Foto den Polizisten. Oder man sucht diese Leute nicht», sagt Maudet zur «Sonntags Zeitung».

Systematische Grenzkontrollen nutzlos

Maudet verlangt vom Bund mehr Grenzwächter und eine Strategie: «Es geht nicht, dass wir in der Schweiz jede Woche neue Schwerpunkte bilden müssen.» Systematische Grenzkontrollen, wie sie die SVP fordert, würden aber nichts bringen. «Es ist gut, Leute an der Grenze zu haben, aber das reicht nicht. Kontrollen bringen nur etwas in Verbindung mit nachrichtendienstlichen Informationen. Das ist das grosse Problem.»

Der Bund solle sich besser mal selber kritisieren, als Genf an den Pranger zu stellen: «Nach den Anschlägen auf Charlie Hebdo sagte der Bund, der Personalbestand des Nachrichtendienstes werde um sechs Personen erhöht. Im Sommer hiess es dann im Rahmen des Stabilisierungsprogramms, es gebe nun doch vier Personen weniger. Der Nachrichtendienst wird also nur um zwei Personen aufgestockt. Das ist ein Witz und nach den Anschlägen in Paris einfach unglaublich», so Maudet in der «SonntagsZeitung».

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