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Bäche und Flüsse sind in teils schlechtem Zustand

Die Wasserqualität hat sich in der Schweiz in den letzten 30 Jahren zwar erheblich verbessert. Allerdings ist die Belastung in kleineren Fliessgewässern noch immer zu hoch.

«Ganz so sauber, wie immer wieder betont, scheinen die Schweizer Gewässer doch nicht zu sein»: Die Aare aus der Vogelperspektive.
«Ganz so sauber, wie immer wieder betont, scheinen die Schweizer Gewässer doch nicht zu sein»: Die Aare aus der Vogelperspektive.
Keystone
Volkssport Flussbaden: «Bötler» auf der Rhone. (Archivfoto)
Volkssport Flussbaden: «Bötler» auf der Rhone. (Archivfoto)
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Auch Touristen werden von Schweizer Gewässern angezogen: Schwimmer springen in die Limmat. (Archivfoto)
Auch Touristen werden von Schweizer Gewässern angezogen: Schwimmer springen in die Limmat. (Archivfoto)
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Die Schweizer Bäche und Flüsse sind in einem mangelhaften biologischen Zustand, wie eine gross angelegte Untersuchung zeigt. Rund zwei Drittel der getesteten Messstellen erfüllen die Ansprüche der Fische an ihren Lebensraum nicht.

Selbst für die weniger anspruchsvollen Wasserpflanzen und Wirbellosen ist der Lebensraum an einem Drittel der Messstellen «erheblich beeinträchtigt», wie das Bundesamt für Umwelt (Bafu) heute mitteilte. Dies ist ein Befund aus der Nationalen Beobachtung der Oberflächengewässerqualität (NAWA) für die Jahre 2011 bis 2014, welche das Bafu zusammen mit den Kantonen durchführte.

Die Ergebnisse des Monitoringprogramms zeigen weiter, dass Mikroverunreinigungen eine zunehmende Gefährdung der Artenvielfalt in den Schweizer Fliessgewässern darstellen.

2012 wurden in einer systematischen Untersuchung an fünf für das Mittelland repräsentativen, mittelgrossen Fliessgewässern über 230 verschiedene Mikroverunreinigungen nachgewiesen. Die teilweise hohen gemessenen Konzentrationen seien aber für den Menschen ungefährlich, heisst es in der Mitteilung.

Weniger Phoshpor und Nitrat

Positiver ist das Verdikt beim Nitrat- und Phosphorgehalt. Dank des Baus von Abwasserreinigungsanlagen habe sich die Wasserqualität seit den 1980er Jahren erheblich verbessert, heisst es in der Mitteilung.

Allerdings sei die Belastung in kleinen und mittelgrossen Fliessgewässern, in die etwa zahlreiche Nährstoffe aus der Landwirtschaft gelangen, noch immer zu hoch. Zu hohe Nährstoffkonzentrationen können dazu führen, dass Flüsse und Seen ersticken.

Pro Natura ruft nach Massnahmen

«Die Resultate sind erschreckend, aber leider nicht überraschend», sagt Michael Casanova von Pro Natura. Schon frühere Untersuchungen hätten gezeigt, dass die Schweizer Gewässer einen Pestizidcocktail mitführten, so der Gewässerschutzexperte. Hochpotente Gifte schädigten das Ökosystem bereits in allerkleinsten Mengen. Mit ihrer Kampagne «Keine Pestizide in unseren Gewässern!» fordert die Naturschutz-Organisation einen wirkungsvollen Reduktionsplan für Pestizide.

Um die Gewässerqualität zu verbessern, seien bereits umfangreiche Arbeiten zur Verringerung der Mikroverunreinigungen und zur Renaturierung der Gewässer in Angriff genommen worden, teilte das Bafu weiter mit.

Reinigungsanlagen sollen aufgerüstet werden

Zur Minderung der Mikroverunreinigungen hat das Parlament grünes Licht gegeben für die Aufrüstung gezielt ausgewählter Abwasserreinigungsanlagen. Unter der Federführung des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW) wird zudem gegenwärtig ein Aktionsplan zur Risikoreduktion und nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln ausgearbeitet.

Parallel zur Verringerung der Schadstoffeinträge müssen die Gewässer zudem naturnaher werden. Gemäss Gewässerschutzgesetz müssen bis Ende dieses Jahrhunderts 4000 der insgesamt 15'000 Kilometer Fliessgewässer, die einen schlechten Zustand aufweisen, revitalisiert werden.

(SDA)

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