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Balsam für die deutsche Seele

Zwei Schweizer Wochenzeitungen stimmen ein Loblied auf die deutschen Einwanderer an. Sie seien ein wirtschaftlicher Segen für die Schweiz und stellten mit ihrer Produktivität sogar die Einheimischen in den Schatten.

«Erfreuliche Erkenntnisse»: Cover der aktuellen «Weltwoche»-Ausgabe.
«Erfreuliche Erkenntnisse»: Cover der aktuellen «Weltwoche»-Ausgabe.
weltwoche.ch

Nachdem SVP-Nationalrätin Nathalie Rickli gegen die Masse der Deutschen in der Schweiz wetterte, setzen sich nun zwei Wochenzeitungen für unsere nördlichen Nachbarn ein. Die «Weltwoche» und die «Handelszeitung» (beide Artikel online nicht verfügbar) machen sich in ihren heutigen Ausgaben für die deutschen Einwanderer in der Schweiz stark. Diese seien nicht nur die unproblematischsten Ausländer, sondern übertrumpften auf dem Arbeitsmarkt sogar die Schweizer.

Die «Weltwoche» spricht von erfreulichen Erkenntnissen, die aus den Statistiken hervorgingen. Gemäss IV-Statistik hätten die hier lebenden Deutschen die geringste Quote von IV-Bezügern: «Nur ein Prozent bezieht Leistungen aus der Invalidenversicherung.» Bei den Schweizern ist der Prozentsatz dreimal höher. Die Arbeitslosigkeit unter den Deutschen in der Schweiz betrug im März 3,3 Prozent. Das sei zwar ein Prozent mehr als bei der Schweizer Bevölkerung, jedoch nur halb so viel wie bei allen anderen Migrationsgruppen, schreibt das Blatt.

«Invasion der Produktiven»

Auch bei der Präsenz auf dem Arbeitsmarkt seien die Deutschen den Schweizern voraus. Von den Deutschen in der Stadt Zürich gingen 72 Prozent einer Erwerbstätigkeit nach, bei den Schweizern seien dies nur 65 Prozent. Eigene Nachforschungen, in Universitäten und Unternehmen, führen laut «Weltwoche» ebenfalls nur zu einem Schluss: «Der Minderwertigkeitskomplex kommt nicht von ungefähr. Die Deutschen sind eine ernsthafte Konkurrenz.»

Unter dem Titel «Invasion der Produktiven» räumte heute auch die «Handelszeitung» den deutschen Einwanderern viel Platz ein. Die Zeitung zitiert den Chefökonomen des Konjunkturforschungsinstituts BAK Basel Economics, Boris Zürcher. Die Zuwanderer aus Deutschland hätten ähnlich hohe oder sogar höhere Qualifikationen verglichen mit Schweizer Arbeitnehmern, sagt Zürcher.

«Deutsche konkurrenzieren Schweizer nicht»

«Es ist offensichtlich, dass die Deutschen ausgeprägt in Bereiche gehen, wo ein Mangel besteht», so Zürcher weiter. Die Deutschen würden die Schweizer Arbeitnehmer also nicht konkurrenzieren. Die Aussagen Zürchers unterlegt die «Handelszeitung» mit Statistiken. Bei der schweizweiten Erwerbsquote nähmen die Deutschen demnach mit knapp 90 Prozent den Spitzenplatz ein, noch vor den Schweizern. Die nördlichen Einwanderer besässen zudem in 60 Prozent der Fälle einen Hochschulabschluss oder eine höhere Berufsbildung, bei den Schweizern liegt dieser Anteil bei einem Drittel.

Die Handelszeitung zitiert weiter einen Bericht des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco). Dieser zeigt, in welchen Berufen die verschiedenen Nationalitäten tätig sind. Daraus wird klar ersichtlich, dass die Deutschen vor allem in Bereichen arbeiten, in denen es zu wenig Schweizer gibt, um die offenen Stellen zu besetzen. So werden deutsche Einwanderer vor allem Ingenieure, Techniker, Ärzte oder arbeiten in Pflegeberufen und an Hochschulen.

Einwanderung als Businessmodell

Fazit der Wochenzeitungen: Die Einwanderung der Deutschen sei ein wirtschaftlicher Segen für die Schweiz. «Problematisch wird es erst, wenn sie wieder gehen», schreibt die Handelszeitung. Die «Weltwoche» schlägt gar vor, aus der Einwanderung ein Businessmodell zu machen: «Es ist im besten Interesse der Schweiz, diese smarten Wirtschaftsflüchtlinge anzuwerben und gewähren zu lassen.»

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