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Banken sollen 60 Milliarden aus Österreich horten

Laut einer Studie lagert weit mehr österreichisches Geld auf Schweizer Banken, als die Regierung in Wien glaubte. Sie könnte damit erhebliche Mehreinnahmen aus dem Steuerabkommen mit der Schweiz budgetieren.

Rechnete stets mit weniger Einnahmen: Finanzministerin Maria Fekter bei einem früheren Treffen in der Schweiz.
Rechnete stets mit weniger Einnahmen: Finanzministerin Maria Fekter bei einem früheren Treffen in der Schweiz.
Keystone

Heute soll in Bern das Steuerabkommen zwischen der Schweiz und Österreich unterzeichnet werden. Schweizer Analysten glauben, dass auf Schweizer Banken bis zu 60 Milliarden Franken von österreichischen Kunden liegen, wie die «Aargauer Zeitung» schreibt (Artikel online nicht verfügbar). Dies wäre weit mehr, als bisher auf offizieller Seite geschätzt wurde.

Die österreichische Regierung hatte stets mit einem deutlich geringeren Betrag gerechnet. So schätzte man in Wien, dass maximal 20 Milliarden Euro von österreichischen Bankkunden in der Schweiz gehortet werden. Für das Budget hat Österreich rund eine Milliarde Euro an Einnahmen eingeplant. Nun könnte sich dieser Betrag markant erhöhen.

Grosse Differenz zwischen Schätzungen

Auftraggeber der Schweizer Studie, die bereits im Jahr 2010 erschien, ist das auf Finanzrecherchen spezialisierte Genfer Unternehmen Helvea. Die Studie sei bisher nicht von den Banken und der Bankiervereinigung kommentiert worden, schreibt die «Aargauer Zeitung».

Helvea kommt darin auf einen Betrag von 58,6 Milliarden Franken. Davon sollen 53 Milliarden, also 90 Prozent, unversteuert sein. Auch dieser Prozentsatz fällt deutlich höher aus, als von offizieller Seite bis anhin geschätzt. Bisher rechnete man stets mit maximal 80 Prozent an unversteuerten Geldern. Wie die Differenz zwischen offizieller Schätzung und den Resultaten der Studie entstehen konnte, ist unklar. Möglich ist, dass es sich nicht bei allen Bankkunden um Österreicher handelt. Der Finanzplatz Wien gelte als Treffpunkt für reiche Kunden aus süd- und osteuropäischen Ländern.

Opposition ist keine Gefahr für Abkommen

Die österreichische Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) wird heute nach einem Besuch in Portugal in Bern ankommen. Dort wird sie gemeinsam mit ihrer Schweizer Amtskollegin Eveline Widmer-Schlumpf das bilaterale Steuerabkommen unterzeichnen, gegen den Willen der österreichischen Opposition. Zu befürchten hat Fekter innenpolitisch jedoch nicht viel. Für das Inkrafttreten des Steuerabkommens benötigt sie im Parlament die Stimmen der Opposition nicht.

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