Zum Hauptinhalt springen

Basler Polizist und Erdogan-Fan wieder auf freiem Fuss

Ein Polizist der Kantonspolizei Basel-Stadt soll interne Daten über Erdogan-Kritiker widerrechtlich weitergereicht haben.

Strammer AKP-Anhänger in Uniform: Der mutmassliche Spion soll Daten über hiesige Erdogan-Kritiker an den türkischen Staatsapparat übermittelt haben. (Symbolbild)
Strammer AKP-Anhänger in Uniform: Der mutmassliche Spion soll Daten über hiesige Erdogan-Kritiker an den türkischen Staatsapparat übermittelt haben. (Symbolbild)
Georgios Kefalas, Keystone

Der am Donnerstag festgenommene Polizist der Kantonspolizei Basel-Stadt, der interne Polizeidaten über Erdogan-Kritiker widerrechtlich weitergeleitet haben soll, ist wieder aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Das berichtet die «SonntagsZeitung». Der Verdächtige sei bereits seit Freitagabend wieder auf freiem Fuss.

Das Verfahren wegen Amtsgeheimnisverletzung läuft indessen weiter. Und die Vorwürfe gegen den türkischen Staatsbürger bleiben brisant: Wie die «Basler Zeitung» aufdeckte, soll er als Basler Ordnungshüter polizeiinterne Daten über hiesige Kritiker des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan abgerufen und an die Union Europäisch-Türkischer Demokraten, eine Lobbyorganisation der türkischen Regierungspartei AKP, weitergeleitet haben.

Verehrer Erdogans

Der Polizist wurde am Donnerstag festgenommen, nachdem eine erste polizeiinterne Analyse von rund 3000 Datensätzen ergeben hatte, dass er eine Datenbank der Polizei «mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht in dienstlichem Zusammenhang» benutzt habe. Weil «mögliche Straftatbestände im Raum» stünden, wurde die Staatsanwaltschaft eingeschaltet, wie das baselstädtische Justiz- und Polizeidepartement (JSD) am Donnerstag mitteilte. Der Kantonspolizist arbeitete beim Verkehrsdienst. Er wurde freigestellt.

Die «SonntagsZeitung» hat auch die Online-Aktivitäten des Verdächtigen erforscht. Demnach präsentiert er sich auf Facebook als strammer Anhänger der Staatspartei AKP und als Verehrer von Präsident Erdogan. Er zeige auch Nähe zu Personen, die Bilder von Terroristen und blutige Propaganda veröffentlichten, so die Zeitung.

SDA/mch

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch